Mit der Familie um die Welt reisen, neue Länder entdecken, Kulturen und Landschaften. Kaum wer träumt nicht davon, mal eine Weltreise zu machen und raus aus dem Alltag zu kommen und dem gewohnten Alltagstrott zu entfliehen.
Doch mehr als es uns vorstellen, tun wir meist nicht. Denn insgeheim glauben wir gar nicht, dass wir es wirklich machen könnten… denn da ist das Geld. Wer kann schon so eine Weltreise finanzieren? So reisen können sowieso nur die Reichen… oder?
Eine Weltreise finanzieren als Familie muss doch noch schwieriger sein. Wie schaffen es die Reisefamilien?
Doch lass uns von vorne anfangen: Zu allererst ist es wichtig, dass du überlegst, welche Kosten monatlich auf dich zukommen:
Was kostet eine Weltreise mit Kindern?
Die Kosten, die monatlich anfallen können natürlich sehr unterschiedlich sein und hängen ab von
der Größe deiner Familie,
der Reiseart, also ob ihr viel fliegt oder z. B. im Wohnmobil reist,
das Preisniveau der Zielländer
wie teuer die Unterkünfte sind und
den generellen Lebensstil.
Im Schnitt geben die meisten Familien 1500 Euro pro Monat auf Weltreise aus.
Alleinreisende reichen oft schon weniger als 1000 Euro im Monat. Große Familie, die viel fliegen und Unterkünfte bezahlen müssen, haben höhere Kosten.
Hier habe ich dir unsere monatlich anfallenden Weltreise Kosten aufgedröselt und auch gleich noch weitere Familien nach ihren Kosten befragt:
Eine frühzeitige Reiseplanung ermöglicht es dir zudem, zu errechnen, wie viel Geld du ungefähr benötigst, um die Weltreise finanzieren zu können und alle erforderlichen Schritte stressfrei zu gehen, damit euch unterwegs nicht das Geld ausgeht.
Insbesondere bei der Reiseart kannst du massiv einsparen: Mit Housesitting, workaway oder Urlaub-Gegen-Hand (UGH) kannst du deine Reisekosten zusätzlich niedrig halten und bist nicht auf häufig überteuere Hotels oder AirBnbs angewiesen.
Nun geht’s darum, die 3 verschiedenen Möglichkeiten kennenzulernen, mit denen die meisten Familien mit Kindern ihre Weltreise finanzieren:
Tipp 1 zum Weltreise Finanzieren: Passives Einkommen durch Wohneigentum
Weltreise finanzieren für Hausbesitzer. Da dieser Punkt wohl auf die wenigsten Familien zutrifft, nehme ich ihn gleich vorweg: Wohneigentum.
Nur 10% der Deutschen haben wirkliches Eigentum, d.h. ihnen gehört ihr Haus oder ihre Wohnung wirklich komplett und nicht der Bank oder einem Vermieter.
Hast du ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung, muss diese nicht während deiner Abwesenheit leer stehen. Du kannst sie entweder vermieten und so dein monatliches Einkommen durch die Vermietung erhöhen. Dies ist eine Art des passiven Einkommens, also Geld, das monatlich auf dein Konto fließt, ohne, dass du dafür aktiv arbeiten musst.
Die Vermietung deines Wohneigentums bietet sich insbesondere dann an, wenn du vor hast, nach der Reise wieder in dein Eigentum zurückzukehren. Doch eine Weltreise verändert Menschen innerlich oft so stark, so dass nur wenige danach wieder in ihr altes Leben zurück wollen. Dazu liest du am Ende noch ein wenig mehr.
Du kannst also auch dein Haus oder deine Wohnung verkaufen, um deine Weltreise zu finanzieren. Dies kann sich auch schon dann lohnen, wenn du dein noch nicht abbezahltes Haus vorzeitig verkaufst. Wenn du diese Geldsumme auch noch geschickt anlegst, kannst du möglicherweise sogar über deine Weltreise hinaus von diesem Geld leben!
Tipp 2 zum Weltreise Finanzieren: 3 Maßnahmen um Ersparnisse anzulegen oder zu vergrößern
Weltreise finanzieren für Sparer. Auf Weltreise von Erspartem leben ist wohl die häufigste Art. Doch sparen (oder sparen & clever investieren) funktioniert nur, wenn du bereit bist, dein Leben jetzt schon zu verändern und am Anfang des Monats eine bestimmte Summe X beiseite zu legen, die du tatsächlich jetzt nicht anrührst.
Deine Ersparnisse reichen noch nicht aus oder sie sind noch nicht vorhanden? Wenn es dir so geht, dann geht es dir wie den meisten Familien. Auch ich und meine Familie hatten keine sonderlich nennenswerten Ersparnisse, haben es aber mit den folgenden Maßnahmen geschafft, Geld in unsere Reisekasse zu spülen, von dem wir gar nicht wussten, das es da war.
Die Haushaltsauflösung
Eine Haushaltsauflösung bietet sich immer dann an, wenn du nicht nur wenige Monate unterwegs sein magst, sondern über eine längeren Dauerraum. Und natürlich auch, wenn du weißt, dass du nicht zurückkehren willst, zumindest nicht in die selbe Wohnung oder das selbe Haus.
Meine eigene Haushaltsauflösung in 2019 hat mir um die 4000 Euro extra eingebracht (ohne Autoverkauf!). Und ich hatte keinen fancy Stuff überall rumliegen oder teure Möbel, mit denen ich locker eine Weltreise finanzieren könnte.
Zu dem Zeitpunkt waren wir schon recht minimalistisch unterwegs und trotzdem stellte ich mit meinem Ausmistsystem fest, wie viel Geld eigentlich überall herumliegt. Aber Achtung: Das ist nur für Kleinanzeigen Profis, die drölfzig “Was lezte Preis?”– Anfragen pro Tag aushalten können und sich über viele Wochen und Monate täglich mit dem Verkaufen auseinandersetzen möchten.
Das befreiende Gefühl, wenn wieder ein Ding den Haushalt verlässt, gibt’s aber gratis!
Natürlich musst du dich nicht sofort von allem befreien, doch wenn du frühzeitig beginnst, bekommst du sehr schnell ein Auge dafür, welche der Dinge, die du alle besitzt, du wirklich brauchst und welche du getrost zu Geld machen kannst, mit dem du die Weltreise finanzieren kannst.
Geh alle(!) deine Besitztümer durch und entscheide, ob diese wirklich gebraucht werden. Denke hier an alles wie Spielzeug, Technik, Küchenartikel, Bücher (z. B. bei momox.de verkaufen), Klamotten, Schuhe und hinterfrage sogar, ob du das Auto wirklich brauchst, wenn du in einer Stadt lebst oder ob es auch ohne ginge oder mit Car Sharing wenige Male pro Monat. Und hast du mal in deinen Keller oder auf den Dachboden geschaut? 😉
Durch meinen sehr minimalistischen Lebensstil war ich es schon gewohnt, dass ich mich mehr über Dinge freute, die meine Wohnung verließen als solche, die neu hinzukamen. Ein wahnsinnig befreiendes Gefühl, das ich auch dir wünsche!
Doch Kosten zu reduzieren, um die Weltreise finanzieren zu können, bedeutet nicht, dass du nur noch verzichten musst. Es bedeutet viel mehr, dass du bewusst einkaufst. Also Dinge kaufst, die du wirklich benötigst.
Als kleine Hilfe nutze diesen Tipp vom Unternehmer Bodo Schäfer:
Kaufe nicht, wenn du begeistert bist!
Bodo Schäfer
Warte bei kleineren Anschaffungen einen ganzen Tag, bevor du kaufst.
Warte bei größeren Anschaffungen einen ganzen Monat, bevor du kaufst.
Auf diese Weise vermeidest du Impulskäufe, also Käufe, die auf deinen Emotionen basieren. Gibst du dir mehr Zeit als sonst für die Kaufentscheidung, kannst du sie auf sachlicher Ebene treffen und bereust deinen Kauf nicht kurze Zeit später.
Hinterfrage jeden Kauf z. B. mit: Brauch ich das wirklich? Wie lange will ich es nutzen? Wozu will ich es nutzen?
Doch nicht nur Einkäufe zählen zu deinen Kosten, auch laufende Kosten wie dein Auto, Versicherungen, Telefon- und Internetverträge, Mitgliedschaften und Abonnements.
Sogar deine Wohnung! Bist du bereit für 1-2 Jahre in eine günstigere Wohnung zu ziehen, um Kosten einzusparen?
Checke anhand deiner Kontoauszüge des letzten Jahres, für was du dein Geld ausgibst und ob es sinnvollere Wege gibt, dein Geld einzusetzen, um deinem Ziel von einer Weltreise näher zu kommen.
Doch nicht alle haben ein Einkommen, von dem man noch eine relevante Summe weg sparen könnte (obwohl es mehr sind, als du denkst… die meisten geben ihr Geld nur für unnützes Zeug aus). Gehörst du dazu? Dann lies weiter!
Einkommen erhöhen
Richtig gelesen. Wenn du deine Kosten nicht weiter senken kannst, deinen Besitz nicht zu Erspartem, dann ist es Zeit an der Einkommensschraube zu drehen.
Die Gehaltserhöhung
Arbeitest du in Anstellung kannst du alle 1,5-2 Jahre für eine Gehaltserhöhung auf der Matte stehen. Kein Scherz. Die wenigsten von uns trauen sich in regelmäßigen Abständen eine Anpassung unseres Gehalts zu fordern. Vorausgesetzt, du hast dich in der Vergangenheit weiterentwickelt, hast neue oder sogar mehr Aufgaben übernommen als bisher oder du möchtest einfach an einen Ausgleich durch die Inflation erinnern, verlangst du nicht zu viel.
Im Schnitt kannst du bei kleineren Veränderungen mit 3-10% mehr Gehalt rechnen und bei größeren bis zu 20%.
Keine Gehaltserhöhung drin?
Wenn du für eine Gehaltsanpassung momentan nicht in Frage kommst, brauchst du den Kopf trotzdem nicht in den Sand stecken.
Du hast immer mehrere Optionen im Leben und ein Nein, ist ein Ja für etwas anderes. Überlege dir also, ob du dir einen besser bezahlten Job suchst oder ob du dir einen Nebenjob zulegst, der dir beim Sparen hilft.
Alles, was du jetzt gleich im letzten Abschnitt lesen wirst, trifft auch auf diesen Fall zu. Du kannst nämlich direkt jetzt Einfluss darauf nehmen, dass dir die Kohle auf deiner Weltreise nicht ausgeht.
Tipp 3 zum Weltreise finanzieren: Arbeite von unterwegs mit diesen 3 Möglichkeiten
Ja, was vielleicht für manche etwas abwegig klingt, funktioniert durchaus für viele Familien. Denn sehr viele Berufe lassen sich von vielen Orten ausführen, solange eine Internetverbindung möglich ist.
Auf diese Weise arbeitest du von den unterschiedlichsten Orten auf der Welt und sorgst so für ein regelmäßiges Einkommen, mit dem du deine Weltreise finanzieren kannst.
Wenn du bereits während deiner Reiseplanung ein Online Business aufbaust, dass nicht nur deine Ersparnisse vergrößert, sondern auch deine monatlichen Reisekosten abdeckt, kannst du dir sogar eine Open-End Weltreise finanzieren oder musst nach Rückkehr nicht in deinen alten Beruf zurück, wenn du das nicht möchtest.
Hier stelle ich dir 3 Möglichkeiten vor, um von unterwegs zu arbeiten:
Die Anstellung mitnehmen
Hast du einen Job, der von überall aus zu machen ist, sprich mit deinem Arbeitgeber über die Option einer Workation. So kannst du von den unterschiedlichsten Orten weiter in deinem Job arbeiten.
Deine Arbeit kannst du nicht mitnehmen?
Vielleicht arbeitest du als Dachdeckermeisterin oder Krankenpflegerin und denkst jetzt: “Die hat gut reden, mit meinem Job geht das nicht”
Versteh ich, lass ich aber nicht gelten. Wieso? Weil man in fast jedem Bereich von unterwegs arbeiten kann. Selbstverständlich kannst du deine Patienten nicht waschen oder selber aufs Dach klettern (obwohl das natürlich auch im Ausland gebraucht wird), du kannst jedoch trotzdem selbstständig auf diesem Gebiet weiterarbeiten und online Dienstleistungen oder Produkte zu deinem Arbeitsbereich anbieten, wenn du das möchtest.
Ist das nichts für dich, weil du insgeheim sowieso aus deinem Beruf raus willst, findest du hier noch zwei weitere Möglichkeiten zum Weltreise Finanzieren und Einkommen Aufbauen.
Freelancer
Freelancer sind selbstständige Mitarbeiter und werden überall gesucht. Das Freelancertum eignet sich zum Weltreise Finanzieren so gut, dass sich ganze Märkte um das “Digitale Nomadentum” gebildet haben.
Als Freelancer bietest du eine Dienstleistung an, die ein Unternehmen gerade braucht. Häufig handelt es sich um Virtuelle Assistenz oder Tätigkeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie
Diese Tätigkeiten eignen sich auch sehr gut, um nebenbei ein wenig mehr Geld in deine Kassen zu spielen, während du noch in der Reiseplanung bist.
Wenn du nun aber nicht länger deine Lebenszeit gegen Geld tauschen magst (Überleg mal: Das ist es, was du tust, wenn du dich z. B. pro Stunde bezahlen lässt.) und dir nicht mehr vorstellen kannst, für andere Menschen zu arbeiten, sondern mit deinen eigenen Leidenschaften, Hobbys oder Interessen online Geld verdienen willst, dann kommt der dritte Punkt zum Weltreise Finanzieren für dich in Frage.
Ein eigenes Online Business aufbauen
Viele Weltreisende merken recht schnell, dass sie ihr Job daheim nicht wirklich erfüllt hat. Es fällt ihnen verdammt schwer, sich vorzustellen, das Reisen wieder komplett an den Nagel zu hängen und zurück in ihren oftmals stressigen 9-5 Alltagsjob zu gehen.
Sie haben auf Weltreise gelernt, das vieles auf der Welt eigentlich ganz anders ist, als sie sich das noch zuhause vorgestellt haben, viel offener und freier und mit viel mehr Möglichkeiten, als man sich ausmalen konnte.
Das liegt daran, dass sich der Mensch auf Reisen öffnet. Wir werden immer wieder aus unserer Komfortzonen geschmissen durch neue Kulturen, Sprachen und Erfahrungen, einfach alles ist ungewohnt und unsere gewohnten Denkweisen funktionieren nicht mehr.
Das öffnet unser Denken und wir werden flexibler und spüren dabei sehr schnell, was es wirklich ist, was wir vom Leben wollen.
Du kannst nun also abwarten bis du es so selbst erlebt hast oder du wagst dich schon jetzt während deiner Reiseplanung raus aus deiner Komfortzone und kannst deine Weltreise finanzieren und ermöglichst dir damit zugleich ein Leben, das du gestalten kannst, wie du magst.
Hast du Leidenschaften, Hobbys oder Interessen, bei denen du dir wünschen würdest, dass du damit “irgendwie Geld verdienen” könntest, ist das deine Chance, da mal genauer hinzusehen!
Würdest du gerne mit Freude am Morgen an deine Arbeit gehen, deine Arbeitszeit selber entscheiden können und wünscht du dir Erfüllung, Selbstbestimmung und Sinn in deiner Arbeit zu finden, dann ist der Weg in dein eigenes Online Business für dich bestimmt. Deine Weltreise finanzieren wirst du auf diesem Wege.
Was einfach zu gut klingt, um wahr zu sein, wenn man den deutschen Alltagstrott gewohnt ist, ist kein Hexenwerk. Wenn du dir das grad so gar nicht vorstellen kannst, mag das möglicherweise auch daran liegen, dass du blockierende Gedanken in dir trägst, wie z. B.:
“Arbeit muss hart sein.”,
“Arbeit ist anstrengend.”,
“Erst die Arbeit, dann das Vergnügen”,
“Arbeit dauert mindestens 8 Stunden pro Tag.”,
“Ich habe nur XY gelernt, ich kann nix anderes.”,
“Ich bin nicht gut genug.” oder auch Gedanken wie
“Im Online Business muss man Produkte in eine Kamera halten als Influencer.”.
Hast du diese Gedanken mal genau hinterfragt und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft? Meistens tun wir das nämlich nicht, weil diese Gedanken unbewusst in uns ablaufen und unser Handeln lenken. Wie du sie findest und angehen kannst, liest du hier.
Tipps zum Weltreise Finanzieren mit deinem Online Business, bekommst du in der Vagabundenpost, in der es ganz besonders ums ortsunabhängige Leben & Arbeiten geht. Vielleicht steckst du auch schon in deinem eigenen Online Business Aufbau drin oder liebäugelst mit dieser Option? Dann lad dir hier direkt meine Online Business Roadmap für 0-Euro runter: Online Business Roadmap: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung in dein erfüllendes Online Business.
Vorweg: Mein größter Respekt geht an viele Familien, die in Deutschland freilernen. Einige von ihnen kriegen es gut hin und wieder andere sehen sich vor massiven Herausforderungen mit Behörden, Gerichten und dem ganz normalen Alltag als Freilerner in Deutschland.
Nicht selten werde ich gefragt, warum wir denn Deutschland verlassen haben, um freizulernen, wenn es doch so extrem wichtig ist, dass es Menschen in Deutschland gibt, die das Freilernen richtig leben und sich vor Ort dafür einsetzen, dass vielleicht auch in der Zukunft das Freilernen in Deutschland möglich wird.
Meine Antwort lautet dann meist:
Die Kindheit meiner Kinder ist jetzt. Ich opfere sie nicht für eine “größere Sache.
Und so ist es ja auch. Die Kindheit mit all ihren Phasen und Entwicklungsstufen, dem rasanten Wachstum, innerlich wie äußerlich und all die Prozesse drum herum, findet so eben nur jetzt statt.
In dieser wertvollen Zeit möchte ich nicht, dass sie sich durch ihre Umgebung als “anders”, “falsch” oder “nicht richtig” empfinden oder dass wegen ihnen (bzw. wegen einiger Gesetze) vor Gericht gestritten werden muss, weil das Freilernen in Deutschland nicht vorgesehen ist.
Auch wenn ich gerne mal angefeindet werde für diese Worte, weil es irgendwer egoistisch finde, dass ich die Kindheit meiner Kinder nicht “der größeren Sache” opfere (denn so würde es sich für mich wirklich anfühlen): Die Kindheit ist so elementar wichtig, dass ich ein Verkacken vermeiden möchte, was wohl wir Eltern fast alle miteinander gemein haben.
Wir wünschen unseren Kindern eine wunderbare Kindheit und alles, was sie brauchen, um auch ein wunderbares Leben führen zu können. Nur unsere Herangehensweisen unterscheiden sich. Denn wir alle haben unterschiedliche Ängste. Bewusste und unbewusste. Und das ist okay. Das darf so sein. Wär ja sonst langweilig.
Die Entscheidung, Deutschland zu verlassen, zu reisen und auszuwandern, ist also eine sehr persönliche. Auch wenn einige meinen, sie hätten den einzig wahren Weg gefunden: Den einzig wahren Weg gibt es nicht. Weder ist mein Weg der Beste für alle, noch ist es der “Gerichtsweg” in Deutschland oder gar der Schulweg in Deutschland. Familienkonstellationen und -situationen sind nun mal unterschiedlich, ebenso wie unsere Ängste.
Hier geht’s um meine persönlichen Gründe gegen das Freilernen in Deutschland. Sie sollen dir bei der Entscheidung helfen, was das richtige für deine Familie ist.
Grund 1 gegen das Freilernen in Deutschland: Wir wollten reisen.
Unsere Pläne zu reisen und auszuwandern sind älter als unsere Kinder. Schon lange bevor wir Eltern wurden, wünschten wir uns nach Irland auszuwandern und die Welt zu sehen. Ich mein, wer träumt da nicht von? Es gab wenig, was uns in Deutschland hielt, außer die Ungewissheit, wie es sein würde, nicht mehr dort zu sein.
Flucht ist nur selten der richtige Weg, weshalb ich niemandem raten würde zu so lange Zeit reisen, der tief in sich drinnen in Deutschland bleiben möchte. Oder vielleicht dann ganz besonders? Das entscheidest du. 😉
Wir sind nicht geflohen, wie uns so mancher mit unfeinen Gedanken nachsagen mag, sondern haben die Schulpflicht als zeitlichen Anlass genommen, endlich unsere Reisepläne umzusetzen.
Grund 2 gegen das Freilernen in Deutschland: Wir waren kigafrei in Deutschland.
Wir hatten eine besonders schöne, kigafreie Zeit. Beide Kinder sind ohne Kita oder Kiga aufgewachsen. Wir trafen uns regelmäßig und häufig mit anderen kigafreien Kindern und es fehlte uns an nichts. Warum ist das dann ein Grund gegen das Freilernen in Deutschland, fragst du dich?
Der Kindergarten ist in Deutschland größtenteils nicht verpflichtend und so war es für uns kein Problem in der großen Stadt, in der wir zu dem Zeitpunkt lebten, andere Familien ausfindig zu machen, die sich ebenfalls auf ein Leben ohne Fremdbetreuung eingerichtet hatten.
Doch wie es so ist, befreunden sich meine Kinder auch mit anderen Kindern, die in Kita & Schule gehen, was mich natürlich ebenso gefreut hat. Unschön daran war, dass diese Kinder so gut wie nie Zeit hatten zu spielen. Ob Schule, Hausaufgaben, Ballettunterricht oder nach dem Kiga noch in den Hort: Vor 17 Uhr kam kaum ein Kind zum freien Spielen raus im Sommer. Im Winter auch mal gar nicht.
Mir schwante bereits, dass es schwierig werden könnte, Sozialkontakte an einem Ort zu erhalten, die mehr Zeit hatten, wenn der Großteil zur Schule ging.
Dazu kam, dass viele der kigafreien Familien, die anfangs noch sehr viel vom Freilernen hielten, “kurz vor Schluss”, also zum Ende der Kindergartenzeit hin einen Rückzieher machten und ihre Kinder wie gehabt einschulten. Sie waren, anders als du, nicht an anderen Wegen interessiert, die ihnen das Freilernen trotzdem ermöglichten.
Grund 3 gegen das Freilernen in Deutschland: Mein Kind soll sich nicht “falsch” fühlen.
Freilernen in Deutschland ist illegal. Aus diesem Grund läuft einiges “unterm Radar” ab.
Viele Familien berichten z. B., sie lassen ihre Kinder vormittags nicht raus zum Spielen, weil es einfach zu viele unbeteiligte Menschen neugierig macht. Selbst dann nicht, wenn sie offen mit der Tatsache umgehen, dass sie in Deutschland freilernen und sich mit sämtlichen Behörden und Gerichten deshalb auseinandersetzen. Denn egal, was man auch tut: Kinder im schulpflichtigen Alter am Vormittag gehören aus Sicht der Deutschen vormittags nicht in die Öffentlichkeit.
Ist dir mal aufgefallen, dass Erwachsene keine Gesprächsthemen haben, wenn sie mal in die Situation kommen und mit einem fremden Kind sprechen? Außer eins: Schule.
Schon in der kitafreien Zeit musste ich erfahren, wie nervig und grenzüberschreitend es sein kann, wenn meine Kinder an der Supermarktkasse vormittags regelmäßig gefragt wurden “Musst du heute gar nicht in den Kindergarten?” oder auch kurz bevor sie schulpflichtig geworden wären “Musst du denn grad gar nicht in der Schule sein”?
Für meine Kinder ist es nach wie vor unverständlich, wie man die längste Zeit des hellen Tages in einem Gebäude verbringen muss, aus dem man nicht raus darf und in dem man nicht tun darf, was man mag, weshalb sie diese Fragen sehr irritierten.
Ich für meinen Teil möchte, dass meine Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in denen sie nicht die “Komischen” sind, die “anders” oder “nicht richtig” sind, sondern wo es als normal betrachtet wird, dass man auch schon morgens um halb 9 gemeinsam draußen spielen kann.
Grund 4 gegen das Freilernen in Deutschland: Unterwegs ist Bildung vermitteln leichter.
Tatsächlich empfinde ich es so: Halten wir uns länger an einem Ort auf, wird dieser Ort “bekannt” und es gibt nicht mehr so viel Neues zu entdecken. Durch unsere Reisen ist ständig Neues hinter jeder Ecke: Neue Menschen, neue Orte, neue Geschichte, neue Flora und Fauna, neue Kultur usw. Es ist durch das Reisen so einfach, neuen Input zu finden, der die Kids neugierig hält.
Natürlich ist es auch ohne Reisen möglich, den Kindern immer wieder Anlass zur Neugier zu geben, keine Frage! Es bedarf nur einfach mehr Planung und Aktion, die beim Reisen automatisch mit drin ist.
Grund 5 gegen das Freilernen in Deutschland: Die deutsche Kultur
Dieser Punkt kam erst auf Reisen hinzu. Denn wenn ich ehrlich bin, wurde ich ja auch durch diese deutsche Kultur geprägt und ich lernte erst auf Reisen bestimmte Denkweisen oder Eigenschaften abzulegen, die wohl als “typisch deutsch” bezeichnet werden.
Bei jedem Deutschlandbesuch fällt mir allerdings aufs Neue auf, wie wenig Lebensfreude viele Deutsche haben und wie viele von ihnen mit einem grimmigen Gesicht durch die Gegend laufen. Die meisten sehen sich als die Opfer ihrer Umstände, als hilflos und ohnmächtig gegenüber dem, was sie eigentlich gerne für ein Leben hätten. Sie haben keine Träume mehr und ackern sich so durch die Jahre, die sie leben nennen.
In einer solchen Kultur, die meist nur am Meckern ist und auf Regeln und Verbote bedacht ist, möchte ich meine Kinder nicht aufwachsen sehen müssen.
Grund 6 gegen das Freilernen in Deutschland: Die deutsche Justiz
Wie du mittlerweile weißt, ist Freilernen in Deutschland illegal. Auch wenn es manche Familien ganz gut schaffen, sich zu “verstecken” (warum ich das nicht mag, weißt du ja aus Punkt 3), viele von ihnen haben früher oder später mit der deutschen Justiz zu tun.
Bis ich selbst Kinder hatte, dachte ich noch, dass man schon grob was falsch machen müsse (und damit meine ich nicht die simple Schulpflichtverletzung, sondern Kindesmisshandlung oder ähnlich schlimmes), damit man ungerechtfertigterweise richtig ernste Probleme mit der Justiz bekommen konnte.
Seit ich Mutter bin, hat sich mir ein anderes Bild gezeigt. Ob es nun das Thema Schwangerschaftsvorsorge, Geburt, Impfen ja oder nein oder Ernährung ist: Plötzlich will da jemand mitreden, der seine Macht auch ausübt. Spätestens seit 2020 ist es auch dem ein oder anderen mehr aufgefallen, dass Recht haben und Recht bekommen einfach Zweierlei sind.
Wir sind also auch deshalb pro Reisen oder Auswanderung, weil – so traurig es auch klingt – das Vertrauen in die deutsche Justiz fehlt.
Freilernen in Deutschland eine gute Idee?
Die Gründe für mich gegen das Freilernen in Deutschland sind so vielfältig und sicherlich gibt es noch ein paar mehr, jedoch müssen es nicht deine sein. Wir treffen alle Entscheidungen aufgrund von Vermutungen, Erfahrungen oder unserer eigenen Werte.
Möchtest du trotzdem freilernen in Deutschland, dann wende dich für Unterstützung und mehr Informationen an den bvnl.de, den Bundesverband Natürlich lernen e.V.
Hast du dich gegen das Freilernen in Deutschland entschieden oder dafür? Welche Erfahrungen hast gemacht (ich freue mich auch über positive in Deutschland) ?
Ich knalle heulend den Kopf auf den Tisch. War das Ganze wirklich eine so gute Idee? Sobald ich eine Aufgabe unserer Reiseplanung abgehakt habe, kommen fünf neue dazu. Unser Alltag als Familie leidet in dieser Phase der Vorbereitung auf unser neues Leben als Reisefamilie doch erstmal ziemlich und ich will nicht nur einmal den Kopf in den Sand stecken. So viel gibt es zu bedenken, zu organisieren.
Wir haben uns im Februar 2019 (nach vielen Jahren des Liebäugelns) fest für unseren neuen Lebensstil entschieden. Im April ging es in die Umsetzung und im Juli 2019 sind wir gestartet. Alles war sehr spontan und das eine ergab sich aus dem anderen.
Da ich ein Mensch bin, der Listen liebt, war klar: eine Liste muss her! Du willst auch was zum Ausdrucken oder kurz durchgehen? Dann hab ich hier was für dich: Die Checkliste für deine Reiseplanung.
Die Reiseplanung muss doch auch einfacher gehen!?
Alles fängt mit einer simplen Aufgabe an: Setz dir ein Startdatum!
Dies ist wirklich der wichtigste Punkt! Warum? Ganz einfach: So hast du einen fixen Punkt in der Zukunft, auf den du hinarbeiten und an mit dem du deine Aufgaben durchstrukturierst. Du machst dir selber Beine und dein Traum wird dadurch erst tatsächlich Realität. Wie oft höre ich von Familien, die einfach nicht loskommen, weil noch so viel zu tun ist, das sie an einem Start hindert… gehörst du dazu?
Wann mit der Reiseplanung beginnen?
Wir und die meisten anderen Familien, die wir trafen, haben 3-6 Monate vor ihrem Reisestart mit der Planung begonnen. Hast du mehr Zeit, umso besser. Nutz die Zeit und schieb nichts vor dir her, was du schon erledigen kannst. Es wird schon kurz vor Reisebeginn stressig genug.
Hast du weniger Zeit? Keine Sorge, du wirst es trotzdem schaffen. Halte dich ran und schau, dass du dich bei der Reiseplanung trotzdem an den folgenden Punkten orientiert.
Reiseplanung: 6+ Monate vor Reisebeginn
Alles, was du spätestens sechs oder mehr Monate vor Reisebeginn anfangen solltest zu organisieren.
Beginne den Haushalt aufzulösen
Damit kann man einfach nicht früh genug anfangen. Wieviel sich angesammelt hat, merkt man häufig erst, wenn man versucht es wieder loszuwerden. Ob Verkauf, Verschenken, Wegwerfen, Einlagern – das ist euch überlassen. Hier findest du Tipps zur Haushaltsauflösung und unseren Weg ins Wohnmobil: Minimalismus und Marie Kondo? Haushaltsauflösung vor Weltreise
Kündige deine Wohnung / Suche Käufer oder Mieter fürs Haus
Check deinen Mietvertrag gründlich auf Mindestmietdauer und sonstige Klauseln. In der Regel hast du eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten.
Hast du ein Eigenheim, so kümmere dich frühzeitig um Käufer oder Mieter, sofern du dein Haus als Kapitalanlage behalten willst. In dem Fall lohnt es sich auch, darüber nachzudenken, es von einer Wohnungsverwaltung verwalten zu lassen, damit du möglichst geringen Aufwand damit hast, wenn du nicht mehr im Lande bist.
Suche Lösungen für die Finanzierung deiner Reise bzw. deines neuen Lebenstils
Sprich mit deinem Arbeitgeber über ortsunabhängige Tätigkeiten oder informiere dich ausgiebig über Möglichkeiten des Geldverdienens von unterwegs. Total ideenlos? In meiner Rubrik “Arbeiten unterwegs” wirst du bestimmt fündig.
Finanzamt, Familienkasse und Co.
Entscheide wie dein Steuerstatus in der Zukunft aussehen soll und leitet alles Erforderliche dafür in die Wege. Möchtest du weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sein oder planst du eine Unternehmensgründung ganz woanders?
Zu diesen Entscheidungen zählt auch die Entscheidung, ob du dich aus Deutschland abmelden willst oder nicht. Wenn du dir nicht sicher bist, was eine Abmeldung so nach sich zieht, dann schau mal hier: Abmelden aus Deutschland – so geht’s richtig!
Wie das alles in Zusammenhang steht zu deinem Kindergeldanspruch und auch der Schulpflicht, erkläre ich dir in meinen eBooks: Zwischen Freiheit und Finanzamt.
Einreisebestimmungen, Visa für Mensch und Tier
Informiere dich schon früh während deiner Reiseplanung über Einreisebestimmungen und Visa für euch als Familie, dein Haustier und dein Fahrzeug und leite alles Nötige dafür in die Wege. Bedenke auch, dass deine Haustiere je nach Zielland bestimmte ärztliche Behandlungen benötigen oder bei Wiedereinreise in die EU z. B. eine Tollwuttiterbestimmung, um wieder problemlos in die EU einreisen zu können.
Versicherungen und Kündigungsfristen
Prüf deine Versicherungen und anderweitigen Verträge mit Sinn und Verstand und habe dabei die Kündigungsfristen im Kopf. Welche Versicherung benötigst du wirklich und ist sie auch noch im Ausland oder ohne Wohnsitz für dich verfügbar? Werde während dieser wichtigen Phase der Reiseplanung los, was dich belastet. Das befreit sooooo.
Kauf/Such dein fahrendes Zuhause oder buch deinen ersten Flug
Wie wirst du reisen? Willst du mit einem Camper reisen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um auf die Suche danach zu gehen. Wenn du ihn selber ausbauen willst, könnte die Zeit schon etwas knapp sein. Du bist dir noch nicht sicher, welche Art Fahrzeug für euch geeignet wäre?
Euch fehlt noch der passende Führerschein? Ab in die Fahrschule.
Auch den ersten Flug kannst du schon jetzt buchen und in diversen Flugsuchmaschinen günstige Flüge ergattern. Auch die Unterkunft für die ersten Nächte in deinem Zielland können jetzt schon gebucht werden.
Du bist mit der Reiseplanung noch nicht soweit? Verschiebt diesen Punkt in den nächsten Block. 😉
Medikamente? Kontaktlinsen? Zahnarzt?
Du benötigst regelmäßig Medikamente? Beratschlage dich mit deinem Arzt, ob es möglich ist, die Medikamente auf Vorrat verschrieben zu bekommen. Überprüfe, ob das jeweilige Medikament in deinem Zielland zugelassen und auch in den Apotheken erhältlich ist. Oft ist es auch so, dass vieles frei verkäuflich ist, wozu du in Deutschland ein Rezept benötigst und dazu kostet es nur einen Bruchteil von dem, was es in Deutschland kosten würde.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt in deiner Reiseplanung, um nochmal zum Zahnarzt, Augenarzt oder sonst wem zu gehen, damit du nicht gleich zu Beginn der Reise einen Ärztemarathon im Ausland vor dir hast.
Kindergarten und Schule
Dem Kindergarten kannst du frühzeitig von deinen Reiseplänen in Kenntnis setzen, denn dort ist man froh, wenn bekannt ist, ob ein Platz frei wird und nicht selten hast du auch hier eine Kündigungsfrist zu beachten.
Ob du dich jetzt schon mit eurer Schule auseinandersetzt, hängt ganz davon ab, ob du ohne Schulpflicht reisen oder die Kids beurlauben lassen willst von der Präsenzpflicht. Plane für den Antrag auf Beurlaubung gut Zeit ein und sprich frühzeitig mit Schulleitung und Lehrkraft über deine Reisepläne.
Alles, was du spätestens drei Monate vor Reisebeginn anfangen solltest zu organisieren.
Lagerraum organisieren
Gegenstände, die du definitiv behalten willst, aber nicht mitnehmen (Fotoalben, heiß geliebte Möbelstücke, Erbstücke, Fahrzeuge.. eben Dinge, die sich nicht einfach ersetzen lassen, von denen du dich aber unmöglich trennen möchtest), müssen einen Platz finden. Frag bei Familie oder Freunden, ob noch ein Plätzchen im Keller oder auf dem Dachboden zu ergattern ist. Falls nicht, schau dich nach Möglichkeiten um, Räume zu mieten, Fächer oder Container.
Wir selbst haben sehr günstig einen kleinen Lagerraum in einem unbewohnten Haus gemietet, das der Besitzer zu diesem Zweck in Teilen vermietet. Darin befinden sich noch eine Vespa in Einzelteilen, Erinnerungen, alte und massive Bauernschränke, die wir sehr gerne wieder irgendwann nutzen würden und die schon lange in der Familie vererbt wurden und jede Menge Spielzeug, das die Kids bei Deutschlandbesuchen austauschen.
Alle Dokumente auf den aktuellen Stand bringen
Denk an neue und lange gültige Reisepässe, eventuell beglaubigte Geburtsurkunden, auf jeden Fall aber an Kopien dieser, damit ihr euch nach einem Diebstahl noch recht gut in der örtlichen Botschaft ausweisen könnt.
Kreditkarten
Zur Reiseplanung gehört auch, dass du ein bis zwei Kreditkarten hast, damit du im Ausland relativ leicht bezahlen kannst, z. B. an Mautstellen oder bei Flug- und Unterkunftsbuchungen.
Reiseplanung: 1 Monat vor Reisebeginn
Alles, was du spätestens einen Monat vor Reisebeginn anfangen solltest zu organisieren.
Abschiedsfeier
Feiere mit deinen Freunden und Verwandten! Auch wenn die eine oder andere Träne fließen wird, der Abschied ist nicht für immer. Genießt das Zusammensein.
Die letzten Dinge einlagern / verkaufen / verschenken
Jetzt ist der Zeitpunkt deiner Reiseplanung gekommen, um die letzten Dinge in deinem vor kurzem gefundenen Lagerraum einzulagern, die du bisher noch benutzt hast.
In dieser Zeit sind die Kleinanzeigen noch immer dein bester Freund und du verkaufst und verschenkst noch immer deinen ganzen Kram. Ja, du schafft das!
Unterkunft für die letzten Tage in Deutschland
Organisiere euch eine Unterkunft für die letzten Tage vor Reisebeginn, sollte die Übergabe der Wohnung oder des Hauses nicht Hand in Hand gehen mit eurem Reisestart. Vielleicht nehmen euch Freunde oder Familie für 2-3 Nächte bei sich auf oder du findest eine Ferienwohnung, bevor euer Flug geht oder euer Wohnmobil bezugsfertig ist.
Reiseplanung: 1 Woche vor Reisebeginn
Alles, was du spätestens eine Woche vor Reisebeginn gemacht haben solltest.
Freunde und Familie
Auch ein wichtiger Punkt bei der Reiseplanung: Genieße nochmal bewusst das Zusammensein mit Freunden und Familie und lade sie ein, euch auf eurer Reise digital zu begleiten (sofern du das möchtest).
Wohnungsübergabe
Übergib deinem Vermieter, Mieter oder Käufer die Wohnräume und die Schlüssel und nimm Abschied von diesem Lebensabschnitt. Die Zukunft liegt vor euch!
Packen und einräumen
Die Rucksäcke oder Koffer sind gepackt, euer Wohnmobil, Van, Bus oder Laster ist vollständig eingerichtet und abfahrbereit.
Die Abmeldung
Nun ist erst der Zeitpunkt für eure Abmeldung beim Einwohnermeldeamt gekommen! Diese kannst du frühestens sieben Tage vor oder bis zu 14 Tage nach dem Auszug beim Meldeamt machen.
Und nun geht’s los. Deine ganz persönliche Reise in die Freiheit!
Ich hoffe, ich habe dir mit dieser Checkliste die Reiseplanung etwas vereinfacht. Wenn du sie gerne ausdrucken möchtest, um sir dir gut sichtbar in die Wohnung zu hängen, lade dir die Checkliste zum Abhaken gleich hier runter.
Gute Reise! Safe travels!
Hanna & die Vagabunden-Crew
Wie verlief deine Zeit vor der Abreise? Erzähl mir davon in den Kommentaren
Einfach drauf los fahren und am perfekten Fleck ankommen? Ich gebe zu, das kann schon mal passieren. Meistens jedoch bedarf es etwas mehr Planung und wie die bei uns aussieht, das verrate ich dir jetzt:
Unsere Kriterien für den perfekten Stellplatz
Auch wenn eine geile Aussicht mit perfektem Blick sicherlich auch in diese Liste gehört, gibt es noch weitere Kriterien, auf die wir – ganz besondere mit Kindern unterwegs – bei der Suche nach einem geeigneten Stellplatz achten. Nicht immer ist der Traumstrand unter Palmen auch der perfekte Platz für die Befriedung der unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Familie.
Entfernung und Sehenswürdigkeiten
Zuallererst entscheiden wir, wie weit und wie viel wir an diesem Fahrtag fahren oder welche Stadt oder Sehenswürdigkeit wir besuchen möchten. Anfangs machten wir den Fehler, dass wir unser Fahrziel nur schlicht nach Plätzen in Apps und Kommentaren aussuchten. Letztendlich stellten wir dann aber fest, dass wir auf diese Weise lediglich von schönem Platz zu Platz hetzten und wenig von der Umgebung, dem Land, den Menschen mitbekamen. So kam es, dass wir nun erst entscheiden, was wir sehen wollen oder wie weit wir an diesem Tag kommen müssen wollen und an das angelehnt, beginnt dann die Suche nach einem Stellplatz.
Wetter und Bodenbeschaffenheit
Stehen wir wie meistens frei mit unserem Wohnmobil, spielt auch das Wetter eine Rolle bei der Suche des geeigneten Stellplatzes.
Wir versuchen Plätze zu meiden, die sich bei Regen in Schlammbäder verwandeln und planen so – wenn möglich – vor, damit es keine bösen Überraschungen gibt.
In den verschiedenen Apps gibt es immer wieder Hinweise auf die Befahrbarkeit und diese nehmen wir bei entsprechender Wetterankündigung sehr ernst. Nichts macht weniger Spaß als mit weinenden Kindern im Schlamm zu stecken.
Vom Regen überrascht in Schlammpfütze aufgewacht. Kann ja mal passieren…
Zufahrt mit großem Wohnmobil
Unsere Maße sind mit unserem 7,5t Mutterschiff “Wendy” durchaus nicht klein und so fallen einige tolle Spots für uns flach, die nur mit 4×4 Fahrzeugen zu erreichen sind oder eine Höhenbegrenzung haben, die unsere Höhe unterschreitet. Auch diese Informationen finden sich nicht selten in den Kommentarspalten einschlägiger Apps. Allerdings haben wir festgestellt, dass viele Warnungen auch gerne mal von Rentnern kommen, die so manche Strecke, die wir gut befahren können, für unbefahrbar halten, weil dünne Zweige ihr Wohnmobil zerkratzen könnten. Da sind wir wieder eher angstbefreit und nehmen so manche Schaukelei und Kontakt mit der Natur in Kauf. 😉
Stellplatz in der Stadt
Nicht immer treibt es uns in die Natur. Zwischendurch sagen wir auch zu einem entspannten Stadtbummel mit Eis oder Sightseeing in belebteren Gebieten nicht Nein!
Je nach Stadtgröße und Dauer unseres Aufenthalts, stehen wir dazu oftmals auf öffentlichen Parkplätzen. Ist es vom Parkplatz aus möglich, die Stadt zu Fuß zu erreichen, fühlen wir uns auch auf ganz normalen Parkplätzen sicher. Nutzen wir aber zum Beispiel ein Uber (günstige Taxi-Version) oder den ÖPNV, um den Tag in der Stadt zu verbringen, wissen wir unsere Wendy lieber in guten Händen auf einem offiziellen Stellplatz oder Campingplatz.
Ganz besonders bei Stadtbesuchen sind uns ein Spielplatz und Grünflächen in der unmittelbaren Nähe sehr wichtig. Da wir mit unserem Hund Marley reisen, muss auch für die Befriedigung von Hundebedürfnissen gesorgt sein und auch unsere Kids benötigen abends oft noch eine Runde Freilauf zum Lüften.
Gut geparkt in bester Lage beim Stadtbesuch in Timișoara, Rumänien
Absolute No-Gos bei der Suche nach einem Stellplatz
Neben den Dingen, die wir aktiv tun, um einen geeigneten Stellplatz zu finden, gibt es auch Dinge, die wir bewusst vermeiden. Welche das sind, erfährst du hier:
Raststätte als Stellplatz
Wir übernachten niemals auf Raststätten an Autobahnen. Zu oft hörten wir in der Vergangenheit von Einbrüchen in der Nacht, möglichem Einsatz von Gas für tiefen Schlaf und ähnlichen Erlebnissen. Mit Sicherheit kann das auch überall anders passieren, aber warum dieses Risiko eingehen, wenn wir stattdessen auch einfach nur runter von der Autobahn ins nächste Industrie- und Gewerbegebiet oder Dorf fahren können…!
Stellplatz an Straßen oder Klippen
Wir meiden Plätze, die an vielbefahrenen Straßen oder Klippen liegen. So geil die Aussicht an Klippen auch sein mag, mit kleinen Kindern und Hund ist es definitiv kein Spaß und höchstens für eine Nacht zu empfehlen.
Die Laune im Womo steigt und sinkt mit der Qualität des Stellplatzes und auch das durften wir mit der Zeit lernen. Irgendwann sind auch wir genervt, wenn wir ständig auf Autos achten müssen oder der Abgrund eine Sogwirkung auf Kids und Hund entwickelt.
Parken an der Klippe: Kein Spaß mit Kindern
Parkplätze beim Supermarkt in der warmen Jahreszeit
Ja, manchmal ist es schon verlockend nach einem anstrengenden Versorgungstag einfach vor dem Supermarkt oder Einkaufscenter stehen zu bleiben, in die Betten zu kriechen und die Weiterfahrt auf den nächsten Morgen zu verschieben. Bis 21 Uhr geht das meist auch ganz gut, doch dann sind Ohrenstöpsel angesagt. Parkplätze werden mit Vorliebe von Teenagern und anderen jungen Menschen in den Abendstunden angefahren, sei es um noch kurz vor Mitternacht den BMW in der daneben liegenden Waschanlage zu wienern, alle paar Minuten cruisend wieder aufzutauchen oder um den Kumpels das neuste Soundsystem vorzuführen. Gerne parkt man sich dazu auch direkt neben die Wohnmobile, damit auch wirklich alle was von diesem Besuch haben. 😀
Freitagnachmittags auf Stellplatzsuche
In von Campern vielbesuchten Ländern vermeiden wir die Stellplatzsuche nach dem perfekten Spot an Freitagnachmittagen. Zum Wochenende hin scheinen sich alle gern zu bewegen und die besten Spots sind dermaßen überfüllt, dass wir schon öfters erst nach vielen Stunden Fahrt und blank liegenden Nerven am drölften Platz eine Ecke für uns fanden. Wenn wir die Suche nach einem Stellplatz an Freitagen nicht vermeiden können, schrauben wir unsere Ansprüche enorm herunter, um solche Odysseen zu vermeiden.
Der allerwichtigste Hinweis für einen ungeeigneten Stellplatz…
…ist und bleibt nach unserer Ansicht aber das Bauchgefühl. Hat nur ein Familienmitglied ein ungutes Gefühl bei einem angefahrenen Stellplatz, so wird dieser gewechselt. Eine unfreiwillig durchgemachte Nacht mit wenig bis gar keinem Schlaf wegen permanentem Hundegebell, Musik oder einfach einem mulmigen Gefühl kann den Folgetag bei uns schon ziemlich stressen.
Wo wir unseren Stellplatz finden
Wir nutzen die mittlerweile sehr bekannte App Park4Night lediglich als Inspiration. In erster Linie schauen wir auf Google Maps nach möglichen Orten. Auch checken wir jeden P4N Spot bei Maps gegen, weil man mit der Satellitenansicht schon ‘ne Menge mehr bzgl. der Tauglichkeit erkennen kann.
Lass dich auch nicht von negativen Kommentaren abschrecken. Manche werden extra gemacht, um zu viele Leute von schönen Spots fernzuhalten. Ein eigenes Bild machen ist da in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Ganz besonders auch, was Zufahrtswege anbelangt. Für offizielle Wohnmobilstellplätze oder Campingplätze aber durchaus zu empfehlen, gerade bei Ver- und Entsorgungsfahrten.
Achtung: Offizielle Wohnmobilstellplätze sind nicht in ganz Europa selbstverständlich. Diese findest du meist nicht in den Balkanstaaten.
Tipp: Was uns aber immer wieder an schöne Orte führt, ist das Auge. Nach einiger Zeit im Wohnmobil haben wir einen Blick dafür entwickelt, welcher Ort für uns passend sein könnte. Ob aus dem Womofenster bei der Fahrt oder aber in der Satellitenansicht.
In unserem Alltag kommt es schon so manches Mal vor, dass der angefahrene Stellplatz so ganz anders ist, als vorgestellt. Sei es eine unmögliche Anfahrt, ein Wetterumschwung oder einfach auch mal Baupläne, die umgesetzt wurden. Aus diesem Grund haben wir im Hinterkopf immer eine Alternative, d.h. wir schauen nicht nach einem einzigen Platz, sondern immer nach mehreren Möglichkeiten in der näheren Umgebung, um auch sicher fündig zu werden.
Wenn mal alle angefahrenen Stellplätze absolut nichts für uns sind, gibt es noch den Joker für die eine Nacht: das Industrie- bzw. Gewerbegebiet.
Was jetzt absolut null romantisch klingt, ist aus unserer Sicht einer der sichersten Orte, um eine Notfallnacht zu verbringen und nicht im Dunkeln durch die Gegend zu tapsen. Industriegebiete sind nachts meistens leer, haben breite Parkplätze, sind beleuchtet, asphaltiert und es wohnen kaum Hunde dort, die nachts bellen. 😉
Doch stress dich nicht in die Suche rein. Manchmal hilft es einfach loszufahren und dann ganz flexibel nach einem Platz Ausschau zu halten. Ganz besonders mit Kindern auf langen Fahrten, mit denen Flexibilität ganz oben steht!
Jetzt hoffen wir, dass dir dieser Beitrag helfen konnte und freuen uns, wenn du deine Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren mit uns teilst. Wir sind gespannt, was du schon so erlebt hast!
Überwintern oder Urlaub in Spanien oder Portugal? Nix davon… Camping in Griechenland!!!
Im Herbst 2020 starteten wir auf in den Mittelmeerstaat und haben dort eine wundervolle Zeit verbracht, die ganz anders war, als unser vorheriger Vanlife-Winter in Spanien und Portugal. Hier erfahrt ihr, was euch im Winter (oder auch im Sommer, dann nur mit mehr Touristen) in Griechenland erwartet.
Anreise nach Griechenland
Bei der Anreise habt ihr schon die erste Wahl: Fahrt ihr über die Balkanstaaten und damit über’s Festland runter nach Griechenland oder nehmt ihr eine Fähre von Italien aus? Wir entschieden uns aus Zeitgründen für die Fährüberfahrt. Erst dachten wir, dass es doch recht teuer sein muss – gerade als Familie -, tatsächlich spart ihr aber enorme Spritkosten, so dass ich nicht behaupten kann, diese Route wäre kostspieliger.
Wir buchten über Anek Lines eine der Fähren, die von April bis Oktober “Camping on Board” anbieten. Beim Camping on Board könnt ihr euren Camper (oder auch euer Dachzelt!) nutzen und braucht keine Kabine buchen oder an Deck auf unbequemen Stühlen schlafen. Denn immerhin ist die Überfahrt einen guten Tag und eine Nacht lang, doch vergeht sie wie im Fluge! Mit der Olympic Spirit ging es nun also in 25h von Ancona direkt auf den Peloponnes nach Patras. Ihr habt natürlich neben Ancona und Patras noch weitere Start- und Zielhäfen wie Bari, Venedi und Igoumenitsa.
Fahrt ihr über die Balkanstaaten, so beachtet die neue Maut in Bulgarien für Fahrzeuge über 3,5t.
Wasserversorgung/Entsorgung
Die Wasserversorgung in Griechenland funktioniert anders als in Westeuropa. Wer zuvor den Winter eher auf der Iberischen Halbinsel verbracht hat, muss sich nun daran gewöhnen, dass es keine offiziellen Wohnmobilstellplätze gibt und damit auch nicht die meist vorhandenen Ver- und Entsorgungsstationen. Sorry…!
Trotzdem empfanden wir dies als nicht weiter schlimm, denn Wasser gibt es aufgrund des sehr bergigen Landes genug in Griechenland. Auch seine Einwohner brauchen nicht daran zu sparen. Wasser tankt ihr z.B. an Tankstellen, an kleinen Friedhöfen, in kleinen Fischerhäfen oder wohl am häufigsten an Stränden auf. Auch über den Winter sind sehr zur Freude der Vanlifer ein Großteil der Strandduschen weiter in Betrieb und meist noch mit der Möglichkeit ausgestattet, sogar einen Schlauch anzuschließen (eine Gießkanne legten wir uns erst viel später zu). Wunderbar auch, dass dieses Wasser nicht gechlort ist!
Da nun für das Trinkwasser gesorgt ist, geht’s an das, was hinten wieder raus muss. Ich sag es wie es ist: In den meisten Fällen werdet ihr keine offizielle Möglichkeit finden, euer Grauwasser abzulassen. (Nicht nur) Aus diesem Grund haben wir uns bereits vor Abfahrt einen 4,5kg Topf Natron besorgt, um unser Brauchwasser und unsere Umwelt nicht unnötig zu belasten.
Natron ist ein Alleskönner. Wir waschen damit ab, duschen uns und waschen unsere Haare und auch für so ziemlich alles andere, kann es benutzt werden. Wir verzichten schon länger wo es nur geht auf Spüli, Shampoo und Co. und nun wurde dieses Vorgehen essentiell.
Auch wenn viele Griechen oftmals nicht so großen Wert darauf legen mögen, was nun in eurem Grauwasser drin ist, das ihr hier einfach in den Sand oder die Wiese sickern lasst, habt ihr als Vanlifer sicherlich nicht vor, für weitere Verschmutzung eures Gastlandes verantwortlich zu sein.
Toilettenentleerung
Für diejenigen unter euch mit einem Trockentrennklo ändert sich nicht viel. Müllcontainer finden sich fast überall, ansonsten hilft euch der Spaten. Camper mit Chemieklo verzichten selbstverständlich auf die zusätzliche Chemie und müssen häufiger zum Spaten greifen. Bitte denkt daran, eure Hinterlassenschaften nicht dort zu verbuddeln, wo sich auch andere aufhalten und so tief zu graben, dass nicht der nächste Streuner darüber herfallen möchte.
Müllentsorgung
An was es uns nie gefehlt hat, waren Müllcontainer. An fast jedem Strand werdet ihr mindestens einen vorfinden, ansonsten natürlich in den Dörfern.
An was es uns aber fehlt, ist das Verständnis für die anhaltende Vermüllung der Umgebung. Nicht nur von Campern verursacht, sondern auch von der eigenen Bevölkerung und großen Containerschiffen auf dem offenen Meer, die sehr gerne PET Flaschen, Styroporkartons (für den gefangenen Fisch) und Altölkanister über Bord werfen. Besorgt euch also ein paar Mülltüten mehr (am besten wiederverwendbare wie z.B. zwei, drei Jutesäcke), und verlasst eure Stellplätze sauberer als ihr sie vorgefunden habt. Dazu braucht ihr nicht extra auf ein Ocean Cleanup fahren und euch bei eurer guten Tat filmen lassen ;). Not my trash, but my planet.
Gas
Gasflaschen könnt ihr an fast jeder Tanke füllen oder tauschen lassen. Ansonsten gibt’s auch extra Gashändler, die ihr anfahren könnt und die euch eventuell sogar die deutsche Flasche füllen. Fahrzeuge mit festverbauten Gastanks wie das unsere tanken Autogas/LPG/GPL über den DISH Adapter problemlos an den wirklich vielen Tankstellen.
Internet
Für 25 Euro bekommt ihr 50GB bei dem Anbieter “Wind“. Haltet aber die Augen und Ohren offen für Specials auch anderer Anbieter. So konnten wir von dem “Lockdown”-Angebot von Vodafone Griechenland profitieren, das uns für nur 13 Euro mit Unlimited Datenvolumen beschenkte.
Straßenverhältnisse und Maut in Griechenland
Mit unserem Wohnmobil von 2,40m Breite kamen wir nicht selten ins Schwitzen. Schlaglöcher sind weniger ein Problem, aber einspurige Straßen trieben uns so manches mal die Schweißperlen auf die Stirn. Da aber generell nicht viel Verkehr ist, war das dann gut aushaltbar. Auch die eine oder andere Hauswand kam uns manchmal gefährlich nahe.
Wir meiden Mautstraßen, wo es uns möglich ist und so auch in Griechenland. Die wenigen Male, die wir eine Mautautobahn befuhren, lassen sich an einer Hand abzählen. Im Schnitt eventuell 10 Euro für 100km. Dafür sind die Autobahnen gut ausgebaut, neu und… leer. Bei unserer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h (okay, 100 km/h bergab schaffen wir auch) nur aufgrund der geraden Fahrbahn ein Vorteil, wenn man nicht die Serpentinenstrecke fahren will, weil die Kinder schon das dritte mal gekotzt haben. Die Maut wird an Mautstationen bar oder per Kreditkarte entrichtet.
Wetter im griechischen Winter
Wie wird denn das Wetter? Fest steht, die Winterklamotten haben im Camper nichts zu suchen, außer ihr wollt ‘ne Runde Skifahren oder Snowboarden in den vor Schnee strotzenen Gebirgen Aroania, Parnon und weitere. Kein Scherz! Auch Winterurlauber kommen in Griechenland auf ihre Kosten.
Die meisten von euch wird es aber wegen des doch recht milden Winters in den Ebenen und an den Küsten nach Griechenland ziehen. Hier erwartet euch noch bis in den November rein sommerliches Wetter, bis Dezember unterbrochen von einigen Tagen oder auch mal zwei Wochen am Stück Regen, Sturm und viele Gewitter. Trotz allem wird es tagsüber so warm, dass auch noch an Baden im Meer zu denken ist. Zumindest aus Sicht unserer Kinder, die noch am Heiligabend das Mittelmeer für warm genug erklärten.
Nach ein paar ungewöhnlich warmen Tagen im Januar bei tagsüber bis 30 Grad (sonst so knapp unter 20 Grad), kühlte die Luft sich bis Februar auf nachts teilweise bis unter den Gefrierpunkt ab, bei einer Tageshöchsttemperatur von 6 bis 8 Grad. Das ganze dauerte allerdings nur wenige Tage und Nächte und schon zog der Frühling ein und gegen Ende Februar badeten die Kids schon wieder im Meer bei tagsüber bis zu 24 Grad. Lässt sich aushalten ;).
Erdbebengefahr?
Griechenland ist bekannt für viele Erdbeben. Sehr wahrscheinlich ist, dass auch ihr ein kleines Erdbeben erleben werdet. Aber kein Grund zur Sorge, denn als Vanlifer seid ihr perfekt vorbereitet. Warum das? Euer Zuhause ist es gewohnt zu wackeln und höchstwahrscheinlich verschlaft ihr das ein oder andere kleine Beben, weil ihr leichtes Geschaukel gewohnt seid. Achtet aber drauf, dass ihr nicht unbedingt unter bereits halb umgekippten Bäumen parkt oder direkt neben Häusern, die im Ernstfall euch und eurem rollenden Heim Schaden zufügen könnten.
Wir selbst haben nur durch glückliche Fügung am Abend vor dem Beben Anfang März 2021 noch kurzfristig unsere Route geändert und standen nicht im Epizentrum des Erdbebens, das am nächsten Vormittag große Teile von Tyrnavos bei Larisa zerstören sollte. So blieb es bei uns bei einem lauten Grollen, dass ich anfangs für einen langsam bergauffahrenden, alten LKW hielt, der dann aber einfach nicht auftauchen wollte. Weil er keiner war.
Supermärkte/Lebensmittel
Neben bekannten Namen wie Lidl werdet ihr Supermarktketten wie AB (Foods), Sklavenitis (in griechischen Buchstaben) und MyMarket vorfinden, die alles führen, was ihr braucht. Bioläden siedeln sich nicht nur gerne im Umkreis größerer Städte an, sondern tauchten auch manchmal für uns unvermittelt auf. Nämlich dort, wo wir niemals gesucht hätten. Auch gibt es im Herbst noch viele Obst- und Gemüsestände am Straßenrand.
Veganer kommen auf ihre Kosten
Da Griechenland vom griechisch-orthodoxen Glauben geprägt ist, werdet ihr ab der Fastenzeit, die Mitte November beginnt, vermehrt vegane Käsealternativen in den Kühltheken und Regalen vorfinden. So ist es z.B. möglich 1 Kilo veganen Käse dort für ca. 6 Euro zu kaufen. Das Zauberwort hierfür heißt “nistismó” (fasten) und bezeichnet in diesem Zusammenhang Produkte, die für die Fastenzeit frei von tierischen Erzeugnissen ist.
Den wirklich besten veganen Feta (kein Griechenland ohne Feta!) fanden wir bei Sklavenitis und AB an der frischen Käsetheke. Vegane Ersatzprodukte hingegen gab es häufig im My Market. So wurde unser Sohn ein großer Souvlaki Fan. 😀 Aber auch Lidl führt den Beyond Meat und Next Level Burger in ihren griechischen Filialen.
Olivenöl
Kauft. Kein. Olivenöl. Im. Supermarkt. Wer einmal richtig gutes Olivenöl aus echtem griechischen Bioanbau kosten durfte, ist für die restliche Lebenszeit für Supermarkt Olivenöl verdorben. Für einen Liter Olivenöl vom Olivenbauer bezahlt ihr circa 8 Euro und am besten packt ihr euch direkt ein paar Liter mehr ein oder kauft direkt den 5l Kanister.
Christos (Achtung: Fast alle männlichen Griechen heißen so! :D), bei dem wir 3 Wochen verbrachten, erzählte uns, wie das in Griechenland so läuft mit dem Olivenöl: Erst ernten die Bauern ihre guten Oliven und pressen nur ihre eigenen und machen so ihr gutes Öl. Heruntergefallene und schlechte werden von Geschäftsleuten aufgekauft und alle gemeinsam (also die Reste von allen umliegenden Bauern) ebenfalls gepresst. Dieses Olivenöl wird oftmals als teures, gutes Olivenöl nach Westeuropa verkauft oder an Touristen für 4-6 Euro pro Liter angeboten. Zudem solltet ihr drauf achten, dass das Olivenöl bis November gepresst wurde und nicht aus einer Pressung von z.B. Januar des Folgejahres stammt.
Probiert euch durch, vergleicht und genießt!
Wäsche waschen wie echte Vanlifer 😉
Größter Unterschied zu südwestlichen, europäischen Gefilden. Waschmaschinen am Supermarkt werdet ihr in Griechenland nicht finden. In den größeren Städten gibt es Waschsalons, manchmal versteckt, manchmal ohne Parkmöglichkeit für große Mobile. Wir haben viel mit Hand gewaschen, was aber nicht unbedingt nötig ist. Auf Campingplätzen findet ihr natürlich auch Waschmaschinen vor.
Als kleinen Lifesaver mag ich euch den Waschsalon FiliaLaundry Shop and more (Facebook & Instagram) an der Westküste des Peloponnes empfehlen. Betrieben von sehr netten Menschen, die nebenbei auch noch Bioprodukte aus Deutschland vertreiben, die ihr sonst nur schwer in Griechenland findet. Und 1A Hundefutter!
Sprache
… natürlich Griechisch. Allerdings sind uns nur wenige Griechen begegnet, die lediglich Griechisch sprachen. Die meisten sprechen Englisch und auch nicht wenige Deutsch. Und ist es trotzdem immer wichtig, die wichtigsten Floskeln drauf zu haben.
Guten Tag – Καλή μέρα (Kalí méra)
Guten Abend – Καλή Σπέρα (Kalí spéra)
Hallo – γεια σας (Geia sas – gesprochen “Jassas” und “Jas”)
Tschüs – Αντίο (Antío)
Danke – ευχαριστώ (Efcharistó)
Die griechische Schrift werdet ihr schnell entziffern lernen. Straßenschilder findet ihr aber immer auch in lateinischer Schrift vor.
Freistehen in Griechenland
Auch in Griechenland ist das Wildcampen offiziell verboten. Solange ihr aber nur parkt und euren Kram wie Tische und Stühle im Fahrzeug lasst, werdet ihr kaum mit Problemen konfrontiert werden. Je mehr Fahrzeuge an einem beliebten Platz, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Polizeikontrolle. Familien werden meist weniger behelligt als Alleinreisende oder Paare. Freundliches Auftreten löst meist auch freundliche Reaktionen der Beamten aus 😉 .
Campingplätze
Campingplätze findet ihr natürlich auch vor. Meist am Meer gelegen und mit allem, was ihr so braucht. Im Schnitt so ab 20 Euro aufwärts pro Nacht. Wer einen längeren Zeitraum auf dem Campingplatz verbringen mag, kann auch oftmals einen Preis aushandeln.
Pakete empfangen
Weihnachtspost empfangen oder dringend benötigte Ersatzteile? Auch nach Griechenland könnt ihr euch Pakete senden lassen. Entweder an Menschen, die ihr dort kennenlernt (was sehr einfach ist 😀 ), an Campingplätze oder auch direkt an Kurierunternehmen wie SpeedEx. DHL Pakete landen oft bei Elta. Überhaupt ist es manchmal etwas mühselig herauszufinden, wo euer Paket gelandet ist. Manche Kuriere stellen das Paket auch beim örtlichen Bäcker, an der Bushaltestelle oder in der Tanke ab.
Mit circa drei Wochen ist zu rechnen, die aber in einigen Fällen auch mal zu 6 oder mehr Wochen werden können. Karten und Briefe, die ihr von Griechenland aus absendet, kommen zu 3/4 circa auch an ihrem Zielort an. Unser Schnitt war etwas schlechter, denn nur 50% haben ihre Empfänger in Deutschland erricht. 😀
Tierschutz und Streuner in Griechenland
Wer es nicht gewohnt ist, dem wird schnell auffallen, dass es viele freilaufende Hunde in Griechenland gibt. Aber ich kann euch beruhigen: Der Mehrheit der Tiere geht es wunderbar, sie leben ein fast artgerechtes, freies Leben, sind gesund und gut genährt.
Dann gibts natürlich auch die andere Seite. Die kranken, alten oder zu jungen Hunde, die sich noch nichts selbst oder nicht mehr selbst versorgen können. Diese werden von den vielen Tierschutzorganisationen aufgenommen und vermittelt. Auch ist es üblich, dass die Streuner von den Einheimischen, aber auch von Touristen gefüttert werden oder mit notwendigen Medikamenten versorgt werden.
Echte Streuner erkennt ihr übrigens daran, dass sie meist scheu sind und sich leicht verscheuchen lassen. Aufdringliche, freilaufende Hunde, die sich kaum verscheuchen lassen, gehören meist zu einem Haus in der Umgebung. Wenn Schafe oder Ziegen in der Nähe sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um die Hütehunde des Schäfers handelt. Gebt acht auf eure eigenen Hunde. Nicht selten tun diese Hunde einfach ihren Job zu eurem und vor allem dem Leidwesen eures Hundes.
Viele Griechen, die in Wäldern und am Strand spazieren gehen, haben einen Stock bei sich, um sich im Zweifelsfall vor Hunden schützen zu können. Wir selbst hatten zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten mit den dortigen Vierbeinern.
Freizeitgeheimtipp
Neben all den Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten eure Zeit in Griechenland zu nutzen, haben wir die Zeit bei Christos & Dörte (eine griechisch-deutsche Familie) im Norden Griechenlands sehr genossen. Am Alonaki Beach standen wir an einer der traumhaftesten Buchten und fuhren täglich mit dem Rad runter zum Alonaki Horse Riding, wo wir und die Kids mit den dortigen Pferden und Ponys wunderbare Ausritte durch Wälder und am Strand entlang machten. Dörte und Christos sind mit viel Liebe bei den Pferden und achten sehr auf einen wohlwollenden Umgang mit den Tieren.
Good to know…
Ihr werdet schnell bemerken, dass viele Griechen mit dem Auto an den nächsten Strand fahren und im Auto sitzen bleiben und auf’s Meer schauen. Zwei Minuten lang, dann drehen sie um und fahren wieder weg. Griechen lieben ihr Meer und schauen täglich nach, ob es noch da ist. 😀
Die Dauer eures Aufenthalts ist zumindest von rechtlicher Seite auf drei Monate begrenzt. Danach müsstet ihr euch theoretisch dort melden. Ab sechs Monaten werdet ihr steuerpflichtig in Griechenland. Aus diesem Grund ist es schon vorgekommen, dass eure Kennzeichen auf Supermarktparkplätzen fotografiert werden und bei einer späteren Kontrolle oder bei Ausreise dann auffallen kann, wenn ihr euch länger dort aufgehalten habt. Dies gilt im Grunde für alle europäischen Länder. Ich erwähne es hier, da es in Griechenland auch manchmal tatsächlich kontrolliert wird.
Was möchtet ihr noch wissen oder habt ihr eventuell sogar noch tolle Tipps, die ihr in den Kommentaren mit uns teilen mögt?