Maut in Tschechien – Einfach und überraschend günstig durch Böhmen im Wohnmobil über 3,5t

Maut in Tschechien – Einfach und überraschend günstig durch Böhmen im Wohnmobil über 3,5t

Wer durch den wunderschönen Osten Europas reisen mag, kommt um die Frage nicht herum: Wie läuft das mit der Maut in Tschechien für Wohnmobile über 3,5t? Vielleicht überlegst du auch, wie du auf dem Landweg nach Griechenland oder andere Balkanstaaten reisen kannst und stehst wie wir vor der Entscheidung: Maut in Österreich oder Maut in Tschechien?

Wie du sogar noch durch die Maut in Tschechien Geld verdienen kannst, erfährst du hier am Ende :D! Kein Witz! Keine Falle!

Eigentlich fahren wir liebend gerne mautfreie Landstraßen, weil wir so viel mehr von der Landschaft selbst mitbekommen. Doch in vielen Ländern gibt es nicht nur die Autobahnmaut, auch Landstraßen können zahlungspflichtig sein. Jedes Land hat also sein ganz individuelles System und die Maut in Tschechien ist da keine Ausnahme.

Nachdem wir in Deutschland unsere ganzen Termine und Erledigungen abgehakt hatten, sollte es nun wieder in unser neues Lieblingsland nach Rumänien gehen. Doch welche Route fahren wir denn nun? Tschechien, Slowakei, Ungarn oder über Österreich und Ungarn?

Nach langem Hin und Her haben wir uns (wie es immer so ist) bei Passau, also wirklich direkt vor der österreichischen Grenze doch noch für die Route über Tschechien entschieden. Das Mautsystem in Österreich ist uns durch unsere Reise nach Griechenland über Italien bereits bekannt und wirklich nicht die günstigste Maut in Europa. Zudem zerreißt mich das Piepen der österreichischen GoBox (On Board Unit) bei jedem Systemkontakt dermaßen, dass die Aussicht darauf einfach nicht cool war.

Mautfrei durch Tschechien haben wir direkt sein gelassen, da Tschechien ähnlich wie Frankreich aus lauter 3,5t Begrenzungen durch die Dörfer besteht und eine Umfahrung der vielen Mautstraßen damit sehr erschwert. Zudem hatten wir es eilig. Kommt selten vor, aber soll’s ja geben!

Was wir über die Maut in Tschechien mit einem Fahrzeug über 3,5t hörten, klang stressig. Die On Board Unit (OBU), die wir benötigen, könne nach der Nutzung nur nach Prag gesendet werden und es soll bis zu einem halben Jahr dauern, bis man das vorher aufgeladene Geld auch zurückbezahlt bekommt.

Andere berichteten, dass es total easy sei und so tauchten wir nochmal tiefer ab in die offiziellen Infoseiten zur Maut in Tschechien.

Wo bekomme ich den Tracker (OBU) für die Maut in Tschechien für Fahrzeuge über 3,5t?

Aus der Seite des tschechischen Anbieters MYTOCZ fanden wir nach kurzer Recherche heraus, dass wir die OBU an verschiedenen Stellen (Kontaktbüros, Tankstellen und Mautstellen an den Grenzen) holen und wieder abgeben können. Klingt erstmal nicht so schwer. Wichtig ist zu verstehen, dass man nicht nach den “Kontaktstellen” sucht, sondern nach den “Distributionsstellen”, auch wenn erstere direkt angezeigt werden.

Maut in Tschechien
Quelle: https://mytocz.eu/

Also haben wir uns über folgende Liste (Liste der Geschäftsstellen) eine Tankstelle in Budweis herausgesucht und diese angefahren. Dazu mussten wir von der Grenze allerdings erstmal zwei Stunden über mautfreie Landstraßen nach Budweis kommen. Wenn du über größere Grenzen fährst als wir, dann findest du auch Distributionsstellen direkt am Grenzübergang.

Was kostet die Maut in Tschechien?

In der Tankstelle in Budweis händigte man uns die OBU samt Ladekabel für den Zigarettenanzünder aus. Man muss ein Pfand von umgerechnet 100€ hinterlegen und ein PrePaid-Guthaben auf die Box laden. Da ich keine Ahnung hatte, wieviel ich benötige habe ich mich für 50€ entschieden. Auf der Seite von MYTOCZ gibt es einen Mautkalkulator, um die Maut bereits vorab auszurechnen. Der errechnete Preis von 1,24€ kam mir jedoch viel zu niedrig vor, so dass ich auf Nummer Sicher gehen wollte, um nicht unterwegs nachladen zu müssen. Diese Preise kannten wir nur von der Maut in Bulgarien, aber dort ist das System viel nerviger!

Vorne an der Windschutzscheibe angebracht, ging es für uns nun über sämtliche Mautstraßen nach Brünn und von dort an die slowakische Grenze.

Dass dieses Kästchen, wenn es nicht permanent Strom bekommt, über Nacht piept, ist gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber ausstellen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung wirkt Wunder! Achte auch darauf, dass es nicht deine Starterbatterien anzapft über Nacht und du morgens nicht mehr starten kannst;). Wir haben zwar den “Natoknochen” gezogen, sind uns aber nicht ganz sicher, ob nicht doch eine der Buchsen Strom zieht.

Diesmal haben wir uns eine Station direkt an der Grenze herausgesucht, über die man das Gerät abgeben kann und siehe da – alles ohne Probleme! Wir haben nach ein paar Tagen die Kaution und das nicht verbrauchte Guthaben wieder auf die Kreditkarte zurück überwiesen bekommen.

Und jetzt kommt der Clou: Wie du mit der Maut in Tschechien sogar Geld verdienen kannst!

Umgerechnet lag die Maut für unsere Strecke von Budweis nach Lanžhot bei sage und schreibe 0,58€! Wenn ich da an wenige Kilometer in Frankreich denke, die uns 75km Autobahn über 50 Euro kostete…

Aber es kommt noch besser: Durch Kursschwankungen der tschechischen Krone haben wir mehr Euro zurück erstattet bekommen als wir ein paar Tage vorher eingezahlt hatten und haben damit nun 0,77€ durch unsere Fahrt durch Tschechien verdient!

Fazit: Bei der Maut in Tschechien kannst du also richtig sparen und sogar ein paar Cents verdienen! Na gut, mit etwas Pech zahlst du bei Kursschwankungen in die andere Richtung ein paar Cents mehr.

Welche Erfahrungen hast du gemacht mit der Maut in Tschechien? Verdient oder verloren? 😉

Camping und Urlaub in Rumänien – Wilder Osten erstaunlich anders

Camping und Urlaub in Rumänien – Wilder Osten erstaunlich anders

Rumänien und Camping. Es gab kaum ein Land, das bei uns weniger Assoziationen auslöste als Rumänien. Viel mehr als Dracula und Peter Maffay hat da bei uns als erst in den 1980ern geborene Menschen nicht geklingelt. Dafür gab’s für uns dadurch um so mehr Überraschungen und tolle Erfahrungen, weil wir einfach keine Vorurteile hatten. Ist das bei dir ähnlich? Dann mach dich gefasst auf dieses wahnsinnig vielseitige und wunderschöne Land. Nutz genau diese Unwissenheit für deine Offenheit dich in Rumäniens Bann ziehen zu lassen!

Damit du aber nicht gänzlich unvorbereitet bist und dein Campingurlaub oder Roadtrip durch Rumänien keine bösen Überraschungen für dich bereit hält, hab ich dir hier wissenswerte Informationen zusammengestellt.

Anreise nach Rumänien

Aus Norden kommend

Als Sommerurlauber kommst du meist aus dem Norden und durchquerst auf schnellster Route Österreich und Ungarn. Hab hierbei die Maut bzw. Vignette deiner jeweiligen Transitländer im Kopf. Ab und an wird auch die Route durch Serbien empfohlen. Hast du nicht viel Gepäck dabei und eine genaue Kontrolle an einer EU-Außengrenze stört dich nicht, ist auch Serbien mit Sicherheit eine Fahrt wert. Bedenke, dass eventuell mitfahrende Haustiere hierbei häufig besondereren Einreisebedingungen unterliegen als innerhalb der EU.

Aus Süden kommend

Die Türkei und Griechenland Überwinterer kommen natürlich aus dem Süden und durchqueren Bulgarien. Hierbei beachte ganz besonders die neue Maut in Bulgarien für Fahrzeuge über 3,5t. Am Schwarzen Meer entlang erreichst du nach der Grenze als erstes Vama Veche, nur die erste von vielen Möglichkeiten deinen Camper am Schwarzen Meer zu parken.

Wasserversorgung/Entsorgung

Die Wasserversorgung in Rumänien funktioniert gänzlich anders als in Westeuropa. Wer Urlaub oder generell Camping eher auf aus Nord- oder Westeuropa kennt, muss sich nun daran gewöhnen, dass es keine offiziellen Wohnmobilstellplätze gibt und damit auch nicht die meist vorhandenen Ver- und Entsorgungsstationen. Sorry…!

Das ist jedoch absolut kein Kontrapunkt, denn sobald du dich in Transilvanien oder in näherer Umgebung der Karpaten befindest, gibt es massenhaft Bergquellen, die dich mit reinstem Trinkwasser versorgen. Wasserquellen siehst du am Straßenrand, findest du über Apps oder in Kontakt mit Einheimischen, die wir als sehr hilfsbereit kennengelernt haben.

Camping in Rumänien. Wasser tanken.

Allerdings gab es auch eine Durststrecke und das war für uns zwischen dem Schwarzen Meer und Bukarest. Hier findest du hauptsächliches flaches Agrarland, viel Armut und leider auch dreckiges Wasser, wenn du überhaupt die Erlaubnis bekommst – aus Ermangelung einer öffentlichen Quelle – an einer Tankstelle Wasser zu tanken. Die meisten werden hier wohl durchfahren, aber diejenigen, die sich entlang der Donau umsehen mögen, raten wir, sich vorher gut für ein paar Tage mit ausreichend sauberem Wasser zu versorgen. Im Zweifelsfall kannst du aber natürlich in jedem Supermarkt Trinkwasser kaufen.

Da nun für das Trinkwasser gesorgt ist, geht’s an das, was hinten wieder raus muss. Ich sag es wie es ist: In den meisten Fällen wirst du keine offizielle Möglichkeit finden, dein Grauwasser abzulassen. Camping nach westeuropäischer Art läuft halt mit mehr Luxus ab. (Nicht nur) Aus diesem Grund haben wir uns bereits vor Abfahrt einen 4,5kg Topf Natron* besorgt, um unser Brauchwasser und unsere Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Natron ist ein Alleskönner. Wir waschen damit ab, duschen uns und waschen teilweise auch unsere Haare und auch für so ziemlich alles andere, kann es benutzt werden. Wir verzichten schon länger und wo es nur geht auf Spüli, Shampoo und Co. und dieses Vorgehen empfinden wir als essentiell, wenn man vorhat das Abwasser in die Natur zu leiten.

Auch wenn nicht alle Einheimischen so großen Wert darauf legen mögen, was nun in deinem Grauwasser drin ist, das du hier einfach in den Sand oder die Wiese sickern lässt, hast du als Vanlifer sicherlich nicht vor, für weitere Verschmutzung deines Gastlandes verantwortlich zu sein.

Toilettenentleerung

Camping ohne Klo ist scheiße. Für diejenigen unter euch mit einem Trockentrennklo ändert sich nicht viel. Müllcontainer finden sich vielerorts, manchmal muss man etwas suchen, ansonsten hilft dir der Spaten. Camper mit Chemieklo verzichten selbstverständlich auf die zusätzliche Chemie und müssen häufiger zum Spaten greifen. Bitte denk daran, deine Hinterlassenschaften nicht dort zu verbuddeln, wo sich auch andere aufhalten und so tief zu graben, dass nicht der nächste Streuner darüber herfallen möchte.

Müllentsorgung

Die Müllentsorgung ist komplett durchwachsen in Rumänien. In manchen Gegenden suchst du vergebens, in anderen Orten wird sogar getrennt (und wenn die Müllabfuhr kommt, wird alles zusammen in einen Container gekippt 😀 ). Da es noch wildlebende Bären gibt, wirst du Ortschaften finden mit Käfigen um die Mülltonnen oder nicht eine einzige Mülltonne auf der Straße, um keine Bären in die Dörfer zu locken. Geduld. Die nächste Mülltonne kommt bestimmt.

Insbesondere, wenn du im Frühjahr Rumänien zum Camping bereist, wirst du vermehrt Müll finden, der erst kurz vor der Touristensaison entfernt wird und sich dann bis zum nächsten Frühjahr wieder neu anhäuft. Aber auch hier gibt es sehr saubere Gegenden und sehr vermüllte Gebiete.

Besorg dir ein paar Mülltüten mehr (am besten wiederverwendbare wie z.B. zwei, drei Jutesäcke), und verlass deine Stellplätze sauberer als du sie vorgefunden hast. Dazu brauchst du nicht extra auf ein Ocean Cleanup am Strand fahren und dich bei deiner guten Tat filmen lassen ;). Not my trash, but my planet.

Gas

Zum Camping gehört oft noch Gas. Gasflaschen kannst du an fast jeder Tanke füllen oder tauschen lassen. Ansonsten gibt’s auch extra Gashändler, die du anfahren kannst und die euch eventuell sogar die deutsche Flasche füllen.

Aufgrund eines explosiven Vorfalls vor einiger Zeit, kann es allerdings sein, dass dir kaum wer deine deutsche Gasflasche füllen will. Hier lohnt es sich, wie auch in anderen Ländern auf rumänische Gasflaschen umzustellen.

Fahrzeuge mit festverbauten Gastanks wie das unsere tanken Autogas/LPG/GPL über den DISH Adapter problemlos an den wirklich vielen Tankstellen.

Internet

Für 12 Euro bekommt ihr 100 GB Datenvolumen bei Vodafone. Für 8 Euro Unlimited Daten & Telefonie. Günstiger geht es nicht.

Halte aber auch die Augen und Ohren offen für Specials auch anderer Anbieter. Ein Orange Prepaid SIM kaufst du für nur 6 Euro und bekommst oft direkt 60 GB geschenkt. Interessant ist hier auch, dass du keine Adresse brauchst oder gar einen Ausweis. Du kannst einfach in einen der vielen Telefonanbietershops gehen und bekommst die SIM direkt auf die Hand ohne weiteres.

Die Netzabdeckung soll die beste in Europa sein und so kommt es, dass wir nur sehr selten mal ein schlechtes Signal hatten, z.B. wenn wir grad eng zwischen zwei Bergwänden rasteten oder einfach im “falschen” Netz unterwegs waren.

Tipp: Wer Roaming nutzt über einen deutschen Vertrag, kann den Netzanbieter an seinem Telefon von automatisch auf manuell umstellen und sich so einfach den besten Empfang auswählen. Wer nicht ausprobieren mag, fragt einfach Einheimische, welches Netz hier am besten Empfang hat oder schaut auf die Anbieter an den Sat-Schüsseln an den Häusern, die bei noch fehlender Glasfaserverbindung das Internet auch zuverlässig in die entlegensten Gebiete holt.

Wie wir das mit dem Internet unterwegs handhaben, liest du hier: Internet auf Weltreise

Straßenverhältnisse und Maut in Rumänien

Der Ruf rumänischer Straßenverhältnisse eilt ihnen oft weit voraus. Tatsächlich empfinden wir die Warnungen aber als veraltet, denn es wird sehr viel Straßenbau betrieben und wir hatten auch mit unserem Wohnmobil von 2,40m Breite keine in Erinnerung bleibenden Probleme. Schlaglöcher können tatsächlich mal unvermittelt auftauchen, aber eher in Gebieten, wo du sowieso nicht sehr zügig vorwärts kommst. 😀

Wir meiden Mautstraßen, wo es uns möglich ist. In Rumänien geht das nicht, denn hier muss jeder Maut zahlen durch eine Vignette. Diese wird aber nicht wie in Slowenien oder Österreich ans Fenster geklebt, sondern das Kennzeichen wird ins System aufgenommen und du hast eine Quittung an Bord, die du gut aufbewahren solltest. Recht günstig kommt uns diese “Rovinieta” für 32 Euro für 30 Tage. Je mehr Tage, desto günstiger im Verhältnis. Diese Angabe bezieht sich zudem auf unser 7,5t Schiff. Leichtere PKWs zahlen weniger. Wir empfehlen auch die Rovinieta an Tankstellen (MOL, Petrom, Rompetrol etc.) zu kaufen und nicht online, da es für den durchschnittlichen Urlauber kaum eine Chance gibt, betrügerische Webseiten von echten zu unterscheiden.

Camping in Rumänien

Rumänisches Wetter

Wunderbar warme Sommer und schneereiche Winter (zumindest in den Bergen) mit viel Sonnenschein sind unser Eindruck und damit bestens zum Camping geeignet. Ab April verwandelt sich Transilvanien in ein saftig grünes Meer, alles wächst und gedeiht bis es im Hoch- und Spätsommer auch langsam durch hohe Temperaturen, gerne aus Griechenland und der Türkei kommend auch mal etwas durchröstet. Ein bunter Herbst in allen Farben bleibt auch hier nicht aus.

Diese Ecke Europas soll um die 300 Sonnentage im Jahr haben, was die Chance auf warmen Sommer und nicht zu triste Winter stark vergrößert.

Supermärkte/Lebensmittel

Wie fast überall in Europa ist auch Lidl in Rumänien vertreten. Kaufland, Auchan, Carrefour, Penny, PepCo, Mega Image (oft in Städten mit Bio-Trockenabteilung!) sind so die häufigsten Namen, aber auch dm ist wieder mal vertreten. In den Dörfern findest du hauptsächlich MiniMarkets wie La Doi Pași und viele andere Tante-Emma-Läden (Magazin Mixt, zu deutsch: Gemischtwarenladen).

Wenn du die Chance hast und eine Stadt in der Nähe ist, lohnt sich der Besuch des Wochenmarkts. Diese Märkte sind meist sehr groß und du findest sehr viel regionales Angebot der umliegenden Bauern. Auch an Landstraßen sitzen im Sommer und Herbst Einheimische und verkaufen den Überschuss, den ihr ertragreicher Garten ihnen beschert hat.

Veganer kommen auf ihre Kosten

Obwohl wir eigentlich eher selten zu Fertig- und Ersatzprodukten greifen, lieben wir es, die jeweilige vegane Auswahl an Produkten in den verschiendenen Ländern auszuprobieren. Lidl führt z.B. neben allem anderen erdenklichen eine veganen Ćevapčići- Variante, die sich “Mici Vegani” nennt und die es in “clasic” und “picanti” gibt. Vegane Knoblauch-Mayo dazu von Kaufland und der Grillabend kann kommen. (Die Gourmets unter euch schlagen jetzt die Hände über den Köpfen zusammen.)

Wenn man dann schon mal im Kaufland ist, noch schnell die vegane Salami eingepackt. Fast schon tragisch, dass wir dieses Land wieder verlassen haben.

Camping in Rumänien

Wäsche waschen wie echte Vanlifer 😉

Größter Unterschied zu südwestlichen, europäischen Gefilden. Waschmaschinen am Supermarkt wirst du in Rumänien nicht finden. In den größeren Städten gibt es Waschsalons, manchmal versteckt, manchmal ohne Parkmöglichkeit für große Mobile. Wir haben teilweise mit Hand gewaschen an Flüssen oder sind für 1-2 Nächte auf einem der vielen Campingplätze abgestiegen, um zu waschen. Da die Plätze wesentlich günstiger sind als in Westeuropa, haut das dann auch kein großes Loch in die Reisekasse.

Sprache

… natürlich Rumänisch. Doch Überraschung: Wenn du bereits ein paar Fremdsprachenkenntnisse in romanischen Sprachen hast, dann wird dir vieles dort “Spanisch vorkommen”. Rumänisch ist nämlich (und das wussten wir nicht vorher) eine romanische Sprache und klingt gesungen auch gerne mal wie Italienisch. 😀

Viele Rumänen sprechen auch Italienisch, allerdings auch Englisch, ganz besonders sogar kleine Kinder, die das schon sehr früh in der Schule lernen. Aber auch mit Deutsch kommt man dann und wann weiter, allerdings probieren wir das immer als letztes aus bevor wir komplett auf Hand- und Fußsprache umswitchen. Die wichtigsten Floskeln hab ich hier für dich:

Guten Tag – Bună ziua (ungefähr “Buna siua” gesprochen)

Guten Abend – Bună seara. (oder auch gerne im Dorf nur “Seara” wie bei uns im Deutschen “N’abend”)

Hallo – Bună oder Ciao oder auch Salut (unter Männern)

Tschüs/Auf Wiedersehen – Pa/La revedere

Danke – Mulțumesc (Mulzumesk) aber auch Merci/Mersi

Sonderzeichen in der rumänischen Sprache sind schnell gelernt. So wird zum Beispiel das deutsche Wort “Schnitzel” im Rumänischen genau so gesprochen, nur rumänisch geschrieben “Șnițel”. Etwas schwieriger sind da schon die verschiedenen A-Laute, deren Unterschiede du aber schnell raus haben wirst.

Freistehen in Rumänien

Soweit wir informiert wurden, gibt es kein Gesetz, das Camping auf öffentlichem Grund verbietet. Land, das der Kommune gehört, darf von allen genutzt werden. Oft zur Tierhaltung, aber auch an besonders schönen Flecken zur Freizeitgestaltung. Und so kommt es, dass viele Rumänen bei Sonnenschein in ihre Autos steigen und zum Fluss oder auf Wiesen und in Wälder fahren und es sich gut gehen lassen.

Wir hatten in den vielen Monaten, die wir in Rumänien bisher verbringen durften, niemals Ärger mit irgendwem. Wir konnten uns ausbreiten, wie wir wollten, Feuer machen etc. Es kommt aber vor, dass du von Einheimischen gewarnt wirst, wenn du dich in Bärengebiet aufhältst. Lass keinen Müll draußen (sowieso nicht!), geht nicht nach 22 Uhr aus dem Fahrzeug und am Morgen wartet am besten auch etwas ab.

Camping in Rumänien Freistehen

Campingplätze

Campingplätze findest du natürlich auch vor. Insbesondere in Transilvanien liegen diese Plätze in Hinterhöfen und Gärten. Die Ein- und Ausfahrten können daher auch mal abenteuerlich sein, aber tatsächlich machbar. Rumänen zeigen dir wie, wenn du dich nicht weiter traust :D. Je nach Saison zahlst du meist nicht mehr als 10 Euro die Nacht, nicht selten mit Pool. Nach oben aber natürlich auch offen.

Pakete empfangen

Geburtstagspost empfangen oder dringend benötigte Ersatzteile?
Nach Rumänien versenden ist super einfach. Entweder an Menschen, die du dort kennenlernst (was sehr einfach ist 😀 ), an Campingplätze oder auch direkt an Kurierunternehmen oder EasyBox (wenn du z.B. beim Amazon-Pendant emag.ro bestellt hast).

Pakete empfangen im Ausland

Bei uns dauerten die nicht wenigen Pakete im Schnitt fünf Tage von Deutschland bis zu uns. Die Sendungsverfolgung klappte reibungslos. Wichtig ist, dass eine Telefonnummer angegeben ist (am besten eine rumänische), die der Kurier anrufen kann, wenn die Anschrift nicht sehr genau ist. Karten und Briefe, die du von Rumänien aus absendest, kommen laut unserer Erfahrung nicht immer an, insbesondere Postkarten.

Tierschutz und Streuner in Rumänien

Wer es nicht gewohnt ist, dem wird schnell auffallen, dass es in Rumänien noch viel mehr freilaufende Hunde gibt, als anderswo. Viele von ihnen haben Besitzer, bewegen sich aber frei im Dorf, andere sind Streuner. Aber ich kann dich beruhigen: Der Mehrheit der Tiere geht es wunderbar, sie leben ein fast artgerechtes, freies Leben, sind gesund und gut genährt.

Dann gibts natürlich auch die andere Seite. Die kranken, alten oder zu jungen Hunde, die sich noch nichts selbst oder nicht mehr selbst versorgen können. Diese werden von den vielen Tierschutzorganisationen aufgenommen und vermittelt. Auch ist es üblich, dass die Streuner von den Einheimischen, aber auch von Touristen gefüttert werden oder mit notwendigen Medikamenten versorgt werden.

Echte Streuner erkennst du übrigens daran, dass sie meist scheu sind und sich leicht verscheuchen lassen. Aufdringliche, freilaufende Hunde, die sich kaum verscheuchen lassen, gehören meist zu einem Haus in der Umgebung. Wenn Schafe oder Ziegen in der Nähe sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um die Herdenschutzhunde und Hütehunde des Schäfers handelt. Geb dann besonders acht auf deine eigenen Hunde. Nicht selten tun diese Hunde einfach ihren Job zu deinem und vor allem dem Leidwesen deines Hundes.

Um dich zu schützen, hab in der Natur einen Stock dabei. Fühlst du dich unwohl, tauchen zu viele Hunde auf, soll es helfen sich zu bücken und einen Stein aufzuheben. Diese Geste kennen (leider) schon viele Hunde und nehmen Reißaus. Wir kamen bisher aber nicht in eine solche Situation.

Freizeitgeheimtipp

Neben Draculas Schloss, sämtlichen anderen wunderschönen Burgen, Salzbergwerken, Museen etc. haben es und die Schlammvulkane von Berca (Vulcanii noroioși) am meisten angetan. Sie liegen nicht in der typischen Touristengegend, sind aber auch nicht super weit entfernt. Schlammvulkane gibt es nur in wenigen Gegenden Europas wie z. B. Bulgarien, Italien und Ukraine und diese hier zählen in Europa zu den größten und bekanntesten.

Eintrittspreis für 4 Personen + 4 Postkarten insgesamt 3,60 Euro.

Camping in Rumänien - Schlammvulkane

Good to know…

  • Der Fahrstil der Rumänen wird dich vielleicht anfangs verwirren. Versuch dich einfach anzupassen. Schilder gelten nicht so viel wie in Deutschland und du findest dich wunderbar im dortigen Verkehr zurecht! Wie man bei viel Verkehr ohne Ampel links abbiegt, lernst du dort ganz schnell.
  • Rumänien gehört nicht zum Schengenraum (UPDATE: Rumänien und Bulgarien zählen seit 01.01.2024 zum Schengenraum!), daher sind Passkontrollen bei Ein- und Ausreise vollkommen normal. Es wird auch gerne ins Fahrzeug geschaut, um festzustellen, ob Menschen oder anderweitige Ware geschmuggelt wird. Hab hier bei der Ausreise deine Rovinieta-Quittung griffbereit, falls es Probleme mit dem System gab und du nachweisen sollst, dass du gezahlt hast. Tipp: Kinderpässe immer nach oben legen, so sieht der Beamte direkt, dass Kinder an Bord sind.
  • Ein abendlicher Spaziergang durchs Dorf kann schnell dafür sorgen, dass du dich plötzlich zur Weinprobe (oder Schnaps/Palinka) im Garten eines Anwohners wiederfindest. Hoffentlich hast du auch genug Hände zum Tragen der Trauben, Walnüsse, Pflaumen und Äpfel, die du oder deine Kids kiloweise geschenkt bekommen.

Was möchtest du noch wissen? Hast du eventuell selbst noch tolle Tipps, die du in den Kommentaren teilen magst?

Drum bun!

Die neue Maut: Durch Bulgarien im 7,5t Wohnmobil in 2024

Die neue Maut: Durch Bulgarien im 7,5t Wohnmobil in 2024

Update 2024: Aufatmen in Bulgarien!

Der bulgarische Staat hat reagiert und seit Februar 2024 die e-Vignette auch für Camper über 3,5 Tonnen verpflichtend gemacht, was bedeutet, dass sie keinen Routenpass (das eigentliche Maut-System) mehr benötigen, um Bulgarien zu bereisen!

Damit löst sich endlich das leidige Maut-Theater, das Reisende in schwereren Fahrzeugen von mehr als 3,5 Tonnen seit 2020 mitgemacht haben, in dem sie vor jeder(!) Fahrt online ihre Route festlegen, einen entsprechenden Routenpass kaufen mussten und keine Möglichkeit mehr hatten, Bulgarien entspannt zu bereisen, wenn selbst die Fahrt zum Supermarkt vorab genauestens geplant werden muss.

Auf der offiziellen Seite von BG Toll ist zu lesen, dass die e-Vignette für schwere Camper bereits im Februar beschlossen wurde und auch Fahrzeuge über 3,5t in die Kategorie M1 fallen (für die e-Vignette) und keine Maut mehr entrichtet werden muss:

Ab dem 13. Februar müssen alle Wohnmobile, unabhängig von ihrer technisch zulässigen Gesamtmasse, eine elektronische Vignette bezahlen. Bislang war für Wohnmobile der Klasse M1 mit einem Gewicht von weniger als 3,5 Tonnen eine Vignette erforderlich, während für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen eine Mautgebühr zu entrichten war. Nach den Änderungen und Ergänzungen des Straßengesetzes, die im Amtsblatt, Ausgabe 13 vom 13.02.2024, veröffentlicht wurden, müssen Wohnmobile der Klasse M1, die in der Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs angegeben sind, nun unabhängig von ihrer technisch zulässigen Gesamtmasse eine Vignettengebühr entrichten.

Nachdem Bulgarien nun eingelenkt hat, bleibt zu hoffen, dass auch Ungarn seine gerade neu eingesetzte Maut wieder reisefreundlicher gestaltet.

2021 hatte ich hier von unseren Schwierigkeiten berichtet und bin nun mehr als erleichtert, dass auch wir in Zukunft Bulgarien näher kennenlernen können.

Es folgt hier der ursprüngliche Artikel, dessen Infos nun der Vergangenheit in Bulgarien angehören. Leider ist das noch nicht der Fall für Ungarn, wo es nicht nur genauso nervig ist, wie hier im Artikel beschrieben, sondern zudem noch sauteuer:


Wie ihr wisst, ist unser Wohnmobil Wendy eher ein kleines Schwergewicht. Mit ihren 7,5t zulässiger Gesamtmasse stellt uns das in Bulgarien vor eine ganz neue Herausforderung, die wir so aus noch keinem anderen Land kennen. Die Maut.

Der Balkanstaat hat nämlich in 2020 eine LKW-Maut eingeführt, die es ganz schön in sich hat. Nicht kostentechnisch, nein. Aber fangen wir von vorne an:

Im März 2021 haben wir einen Transit von Griechenland über Bulgarien nach Rumänien gemacht. Wir kauften nach Vorlage unseres KFZ-Scheins eine e-Vignette und konnten das gesamte Straßennetz ganz normal benutzen. Als wir im Juni 2021 ordnungsgemäß einreisten, war uns daher nicht bewusst, dass dem Vignettenverkäufer damals ein Fehler unterlaufen sein musste. Oder er wollte uns einen Gefallen tun? Wir wissen es nicht.

Tatsächlich muss nämlich für alle Fahrzeuge über 3,5t zulässiges Gesamtgewicht die neue Gebühr zur Straßennutzung entrichtet werden und die unterscheidet sich in der Handhabung ganz beträchtlich von der bequemen e-Vignette für leichtere Fahrzeuge.

Die Maut kann über die Webseiten oder die App bezahlt werden.
Die Maut kann über die Webseite, an Tankstellen oder über eine App entrichtet werden.

Wie funktioniert das Mautsystem in Bulgarien?

Die bulgarische Mautgebühr wird über ein anderes System entrichtet. Genaugenommen gibt es zwei Möglichkeiten. Zum Einen über eine On Board Unit mit GPS-Tracker, so wie wir es schon aus Österreich kannten. Dort bekommt man an der Grenze ein kleines Gerät zur Verfügung gestellt und das bucht von einem im Voraus bezahlten Betrag bei jeder Videokontrolle einfach ab. Sollte bei Ausreise noch ein Betrag übrig geblieben sein, so bekommt man diesen einfach ausgezahlt, wenn man die kleine On Board Unit wieder abgibt. Kein Problem, dachten wir und mussten feststellen, dass diese GPS-Tracker ausschließlich für Firmen ausgegeben werden, nicht aber an Privatleute und Touristen wie uns.

Bleibt daher nur noch die zweite Möglichkeit: der sog. Routenpass. Diesen kann man sowohl online als auch am Automaten kaufen. Mit einer Gültigkeitsdauer von nur 24h kann man sich leicht vorstellen, wie nervig die Fahrerei nun wird. Man legt Start- und Zielort fest und darf noch bis zu vier weitere Zwischenstopps hinzufügen. Die Route legt das System fest und an die muss sich gehalten werden. Puh.

Liebes Bulgarien, hier gibt es eindeutig Nachholbedarf!

Ist freies Reisen mit dem Routenpass möglich?

Wir verstehen ja, dass dieses System Sinn macht für den durchschnittlichen Truckerfahrer, der nur seine Güter von A nach B bringt. Für uns Privatleute wird schon die Fahrt zum Supermarkt zur Eventplanung.
Für also jede Fahrt auf Autobahnen und “erstklassigen Straßen” (das “erstklassig” bezieht sich hier nicht auf den Straßenbelag!), das sind die Hauptverkehrsstraßen, ohne die man im Grunde kaum durch Bulgarien kommt, bedarf es dieses Routenpasses. Also vor der Fahrt genauestens wissen, wo man hin mag, auf welcher Route, auf kleine Abstecher verzichten, wissen, wo man Pause macht und die Kreditkarte dauerhaft bereit halten, um die tröstlicherweise geringen Beträge abbuchen zu lassen.
Unserer Vorstellung einer entspannten Entdeckerreise durch Bulgarien entspricht diese Realität so überhaupt nicht.

Kann man die Maut umgehen?

Wir riefen bei der Hotline von bgtoll.bg an und fragten nach, ob diese Vorgehensweise deren Ernst sei und Touristen, die über ein schwereres Gefährt als 3,5t verfügen, das flexible und freie Reisen durch Bulgarien verwehrt bleiben würde. Man bejahte. Es gebe keine andere Möglichkeit. Ende. Auch ein BG-Toll Beamter am Straßenrand, so wie sie hier an jeder Ecke und hinter jedem Gebüsch versteckt herumlungern, bestätigte uns diese Tatsache etwas mitleidig.

Wir fragten in unseren Reisefamilienkreisen herum. Es gibt durchaus Familien, die mit schwerem Gefährt Bulgarien bereisten. Manche ignorierten die Maut komplett und hoffen noch, dass sie nachträglich keine Probleme bekommen würden. Andere kaufen eine e-Vignette bis 3,5t und kommen so problemlos durch die Videoüberwachung, die ja kein Gewicht messen kann. In einer Kontrolle am Straßenrand, so wie sie hier en masse stattfinden, sieht das ganze sicherlich wieder anders aus.

Achtung liebe Wohnwagenfahrer: Euch betrifft diese Regelung nicht. Auch dann nicht, wenn ihr insgesamt schwerer seid als 3,5t. Für euch gibt es eine extra Vignette für den Anhänger. Na immerhin das!

Du weißt noch nicht, ob du mit Wohnmobil oder Wohnwagen starten sollst? Vergleiche hier!

Unser Fazit zur Maut in Bulgarien

Wer das Risiko eingeht und sich die falsche Vignette kaufen mag oder gar keine, der kann sich frei bewegen.
Wem das nicht zusagt, meidet Bulgarien als Tourist besser (und lässt sein Geld im benachbarten Rumänien, die das Problem wesentlich galanter gelöst haben) oder kauft sich für jede einzelne Tour einen Routenpass über bgtoll.bg oder tollpass.bg. Die Auswahl der Strecke empfinden wir über letzteres als wesentlich einfacher und auch die Zahlung hat hier direkt problemfrei funktioniert. Achtet aber in jedem Fall darauf, dass ihr keinen Betrügern beim Kauf auf den Leim geht, denn auch diese gibt es zu Hauf sowohl online als auch im wahren Leben.

Schade Bulgarien. So disqualifiziert man sich selber. Schaut mal nach Tschechien!

Welche Erfahrungen hast du gemacht auf Bulgariens Straßen?

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