Stellplatz suchen mit Kindern im Wohnmobil – 9+ Tipps für den perfekten Spot und welche Fehler du vermeiden solltest

Stellplatz suchen mit Kindern im Wohnmobil – 9+ Tipps für den perfekten Spot und welche Fehler du vermeiden solltest

Einfach drauf los fahren und am perfekten Fleck ankommen? Ich gebe zu, das kann schon mal passieren. Meistens jedoch bedarf es etwas mehr Planung und wie die bei uns aussieht, das verrate ich dir jetzt:

Unsere Kriterien für den perfekten Stellplatz

Auch wenn eine geile Aussicht mit perfektem Blick sicherlich auch in diese Liste gehört, gibt es noch weitere Kriterien, auf die wir – ganz besondere mit Kindern unterwegs – bei der Suche nach einem geeigneten Stellplatz achten. Nicht immer ist der Traumstrand unter Palmen auch der perfekte Platz für die Befriedung der unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Familie.

Entfernung und Sehenswürdigkeiten

Zuallererst entscheiden wir, wie weit und wie viel wir an diesem Fahrtag fahren oder welche Stadt oder Sehenswürdigkeit wir besuchen möchten. Anfangs machten wir den Fehler, dass wir unser Fahrziel nur schlicht nach Plätzen in Apps und Kommentaren aussuchten. Letztendlich stellten wir dann aber fest, dass wir auf diese Weise lediglich von schönem Platz zu Platz hetzten und wenig von der Umgebung, dem Land, den Menschen mitbekamen. So kam es, dass wir nun erst entscheiden, was wir sehen wollen oder wie weit wir an diesem Tag kommen müssen wollen und an das angelehnt, beginnt dann die Suche nach einem Stellplatz.

Wetter und Bodenbeschaffenheit

Stehen wir wie meistens frei mit unserem Wohnmobil, spielt auch das Wetter eine Rolle bei der Suche des geeigneten Stellplatzes.

Wir versuchen Plätze zu meiden, die sich bei Regen in Schlammbäder verwandeln und planen so – wenn möglich – vor, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

In den verschiedenen Apps gibt es immer wieder Hinweise auf die Befahrbarkeit und diese nehmen wir bei entsprechender Wetterankündigung sehr ernst. Nichts macht weniger Spaß als mit weinenden Kindern im Schlamm zu stecken.

Stellplatz suchen
Vom Regen überrascht in Schlammpfütze aufgewacht. Kann ja mal passieren…

Zufahrt mit großem Wohnmobil

Unsere Maße sind mit unserem 7,5t Mutterschiff „Wendy“ durchaus nicht klein und so fallen einige tolle Spots für uns flach, die nur mit 4×4 Fahrzeugen zu erreichen sind oder eine Höhenbegrenzung haben, die unsere Höhe unterschreitet. Auch diese Informationen finden sich nicht selten in den Kommentarspalten einschlägiger Apps. Allerdings haben wir festgestellt, dass viele Warnungen auch gerne mal von Rentnern kommen, die so manche Strecke, die wir gut befahren können, für unbefahrbar halten, weil dünne Zweige ihr Wohnmobil zerkratzen könnten. Da sind wir wieder eher angstbefreit und nehmen so manche Schaukelei und Kontakt mit der Natur in Kauf. 😉

Stellplatz in der Stadt

Nicht immer treibt es uns in die Natur. Zwischendurch sagen wir auch zu einem entspannten Stadtbummel mit Eis oder Sightseeing in belebteren Gebieten nicht Nein!

Je nach Stadtgröße und Dauer unseres Aufenthalts, stehen wir dazu oftmals auf öffentlichen Parkplätzen. Ist es vom Parkplatz aus möglich, die Stadt zu Fuß zu erreichen, fühlen wir uns auch auf ganz normalen Parkplätzen sicher. Nutzen wir aber zum Beispiel ein Uber (günstige Taxi-Version) oder den ÖPNV, um den Tag in der Stadt zu verbringen, wissen wir unsere Wendy lieber in guten Händen auf einem offiziellen Stellplatz oder Campingplatz.

Ganz besonders bei Stadtbesuchen sind uns ein Spielplatz und Grünflächen in der unmittelbaren Nähe sehr wichtig. Da wir mit unserem Hund Marley reisen, muss auch für die Befriedigung von Hundebedürfnissen gesorgt sein und auch unsere Kids benötigen abends oft noch eine Runde Freilauf zum Lüften.

Stellplatz suchen
Gut geparkt in bester Lage beim Stadtbesuch in Timișoara, Rumänien

Absolute No-Gos bei der Suche nach einem Stellplatz

Neben den Dingen, die wir aktiv tun, um einen geeigneten Stellplatz zu finden, gibt es auch Dinge, die wir bewusst vermeiden. Welche das sind, erfährst du hier:

Raststätte als Stellplatz

Wir übernachten niemals auf Raststätten an Autobahnen. Zu oft hörten wir in der Vergangenheit von Einbrüchen in der Nacht, möglichem Einsatz von Gas für tiefen Schlaf und ähnlichen Erlebnissen. Mit Sicherheit kann das auch überall anders passieren, aber warum dieses Risiko eingehen, wenn wir stattdessen auch einfach nur runter von der Autobahn ins nächste Industrie- und Gewerbegebiet oder Dorf fahren können…!

Stellplatz an Straßen oder Klippen

Wir meiden Plätze, die an vielbefahrenen Straßen oder Klippen liegen. So geil die Aussicht an Klippen auch sein mag, mit kleinen Kindern und Hund ist es definitiv kein Spaß und höchstens für eine Nacht zu empfehlen.

Die Laune im Womo steigt und sinkt mit der Qualität des Stellplatzes und auch das durften wir mit der Zeit lernen. Irgendwann sind auch wir genervt, wenn wir ständig auf Autos achten müssen oder der Abgrund eine Sogwirkung auf Kids und Hund entwickelt.

Stellplatz suchen
Parken an der Klippe: Kein Spaß mit Kindern

Parkplätze beim Supermarkt in der warmen Jahreszeit

Ja, manchmal ist es schon verlockend nach einem anstrengenden Versorgungstag einfach vor dem Supermarkt oder Einkaufscenter stehen zu bleiben, in die Betten zu kriechen und die Weiterfahrt auf den nächsten Morgen zu verschieben. Bis 21 Uhr geht das meist auch ganz gut, doch dann sind Ohrenstöpsel angesagt. Parkplätze werden mit Vorliebe von Teenagern und anderen jungen Menschen in den Abendstunden angefahren, sei es um noch kurz vor Mitternacht den BMW in der daneben liegenden Waschanlage zu wienern, alle paar Minuten cruisend wieder aufzutauchen oder um den Kumpels das neuste Soundsystem vorzuführen. Gerne parkt man sich dazu auch direkt neben die Wohnmobile, damit auch wirklich alle was von diesem Besuch haben. 😀

Freitagnachmittags auf Stellplatzsuche

In von Campern vielbesuchten Ländern vermeiden wir die Stellplatzsuche nach dem perfekten Spot an Freitagnachmittagen. Zum Wochenende hin scheinen sich alle gern zu bewegen und die besten Spots sind dermaßen überfüllt, dass wir schon öfters erst nach vielen Stunden Fahrt und blank liegenden Nerven am drölften Platz eine Ecke für uns fanden. Wenn wir die Suche nach einem Stellplatz an Freitagen nicht vermeiden können, schrauben wir unsere Ansprüche enorm herunter, um solche Odysseen zu vermeiden.

Der allerwichtigste Hinweis für einen ungeeigneten Stellplatz…

…ist und bleibt nach unserer Ansicht aber das Bauchgefühl. Hat nur ein Familienmitglied ein ungutes Gefühl bei einem angefahrenen Stellplatz, so wird dieser gewechselt. Eine unfreiwillig durchgemachte Nacht mit wenig bis gar keinem Schlaf wegen permanentem Hundegebell, Musik oder einfach einem mulmigen Gefühl kann den Folgetag bei uns schon ziemlich stressen.

Wo wir unseren Stellplatz finden

Wir nutzen die mittlerweile sehr bekannte App Park4Night lediglich als Inspiration.
In erster Linie schauen wir auf Google Maps nach möglichen Orten. Auch checken wir jeden P4N Spot bei Maps gegen, weil man mit der Satellitenansicht schon ’ne Menge mehr bzgl. der Tauglichkeit erkennen kann.

Lass dich auch nicht von negativen Kommentaren abschrecken. Manche werden extra gemacht, um zu viele Leute von schönen Spots fernzuhalten. Ein eigenes Bild machen ist da in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Ganz besonders auch, was Zufahrtswege anbelangt. Für offizielle Wohnmobilstellplätze oder Campingplätze aber durchaus zu empfehlen, gerade bei Ver- und Entsorgungsfahrten.

Achtung: Offizielle Wohnmobilstellplätze sind nicht in ganz Europa selbstverständlich. Diese findest du meist nicht in den Balkanstaaten.

Weitere Apps wären: iOverlander, ADAC Camping, Stellplatz-Radar, Stellplatzfuehrer.de, Campercontact, VanSite, TopPlatz, Stellplatz.info u.v.m.

Tipp: Was uns aber immer wieder an schöne Orte führt, ist das Auge. Nach einiger Zeit im Wohnmobil haben wir einen Blick dafür entwickelt, welcher Ort für uns passend sein könnte. Ob aus dem Womofenster bei der Fahrt oder aber in der Satellitenansicht.

Nicht vergessen, dass mit Wohnwagengespann nicht so viele Spots angefahren werden können, wie mit einem Wohnmobil. Welche Vor- und Nachteile sie jeweils mit sich bringen, liest du hier:
Wohnmobil oder Wohnwagen? 6 Punkte, die bei der Entscheidung helfen.

Wenn mal alles schief läuft – Alltag im Womo

In unserem Alltag kommt es schon so manches Mal vor, dass der angefahrene Stellplatz so ganz anders ist, als vorgestellt. Sei es eine unmögliche Anfahrt, ein Wetterumschwung oder einfach auch mal Baupläne, die umgesetzt wurden. Aus diesem Grund haben wir im Hinterkopf immer eine Alternative, d.h. wir schauen nicht nach einem einzigen Platz, sondern immer nach mehreren Möglichkeiten in der näheren Umgebung, um auch sicher fündig zu werden.

Wenn mal alle angefahrenen Stellplätze absolut nichts für uns sind, gibt es noch den Joker für die eine Nacht: das Industrie- bzw. Gewerbegebiet.

Was jetzt absolut null romantisch klingt, ist aus unserer Sicht einer der sichersten Orte, um eine Notfallnacht zu verbringen und nicht im Dunkeln durch die Gegend zu tapsen. Industriegebiete sind nachts meistens leer, haben breite Parkplätze, sind beleuchtet, asphaltiert und es wohnen kaum Hunde dort, die nachts bellen. 😉

Doch stress dich nicht in die Suche rein. Manchmal hilft es einfach loszufahren und dann ganz flexibel nach einem Platz Ausschau zu halten. Ganz besonders mit Kindern auf langen Fahrten, mit denen Flexibilität ganz oben steht!

Jetzt hoffen wir, dass dir dieser Beitrag helfen konnte und freuen uns, wenn du deine Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren mit uns teilst. Wir sind gespannt, was du schon so erlebt hast!

Deschooling – Essentieller Prozess auf dem Weg zum Freilernen

Deschooling – Essentieller Prozess auf dem Weg zum Freilernen

Wenn du neu beim Thema Freilernen oder Homeschooling bist, dann wirst du vielleicht schon ab und zu über den Begriff Deschooling gestolpert sein und dich gefragt haben, was es genau damit auf sich hat. Vielleicht aber hast du auch noch nie was von Deschooling gehört.

Hier gibt’s jetzt die Aufklärung:

Was ist Deschooling?

Deschooling, das „Entschulen“, beschreibt im praktischen Sinne den mentalen Prozess, den ein Mensch durchläuft, wenn das gängige Schulsystem verlassen wird und nun als Freilerner (Unschooler) oder Homeschooler gelernt und gelebt wird.

Doch dieser Prozess betrifft nicht nur diesen einzelnen Menschen, sondern i.d.R. die gesamte Familie, die diesen Menschen begleitet, der nun außerhalb der Institution Schule leben wird.

Der Ursprung des Deschooling und Schulkritik

Der Begriff „Deschooling“ wurde vom Philosophen und Autor des Buches „Deschooling Society“* Ivan Illich geprägt. Das Buch erschien 1971 und entstand aus der 68er-Bewegung, die bereits begann das herrschende Schulsystem zu kritisieren. Andere frühe Kritiker des Schulsystems sind u.a. John Holt, Paul Goodman, Everett Reimer und Ian Lister, die wichtige Werke für alle Interessierten zu bieten haben, ebenso wie die heutigen Kritiker um die Stern-Familie (Arno, Bertrand und André Stern), John Taylor Gatto, sowie der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther.

Die Kritik der damaligen Deschooler am Schulsystem ist heute aktueller denn je. Die Institution Schule vermittelt ungefähr so viel Bildung wie ein Pfarrer akkurater Ansprechpartner für Familien- und Eheberatung sein kann.
Denn Vermittlung von Bildung ist gar nicht das vorrangige Ziel der Institution Schule, auch wenn dies als Daseinsberechtigung der Schule eingesetzt wird.

Zu erkennen ist dies recht simpel daran, dass vielerorts keine anderen Bildungswege neben der Schule selbst zugelassen werden und dies zu einer Monopolstellung der Institution Schule führt, die über weitere Bildungswege und Berechtigungen entscheidet.

Kinder werden ab einem bestimmten Alter der Indoktrination der Regierung, die grad an der Macht ist, ausgesetzt, ohne die Möglichkeit nach links und rechts zu blicken. Schule ist somit immer politisch. Die Mehrheit der Menschen, die sie durchlaufen, werden von ihr zu Menschen gemacht, die geführt werden müssen, während einige wenige ausgebildet werden, um diese zu führen.

Doch hier soll es nicht vorrangig um die Kritik am Schulsystem gehen. Bist du daran interessiert: Hier findest du unsere Gründe für’s Freilernen und so einige Kritikpunkte am Schulsystem des Autoren Ian Lister.

Weiter geht’s mit dem Deschooling heute:

Der Prozess des Deschooling heute

Heutzutage meint Deschooling in der Praxis den Prozess, der durchlaufen wird, wenn ein Mensch das klassische Schulsystem verlässt. Vom Schooling („beschult werden“) führt nur der Weg über das Deschooling („sich entschulen“) zum Unschooling (Freilernen) oder manch freiere Art des Homeschooling (Heimunterricht).

In der Praxis geht diese Phase des Übergangs oft mit vermeintlicher Strukturlosigkeit, Langeweile und Schwierigkeiten sich in die neue Situation einzugewöhnen einher. Das liegt daran, dass ein beschulter Mensch, der es von kleinauf an gewohnt war,

  • gesagt zu bekommen, was er zu tun hat,
  • dem ein Rahmen gesteckt wurde und
  • der nicht selber wählen durfte, womit er sich beschäftigt,

häufig anfangs von der neuen Freiheit überfordert ist.

Je nach Dauer der Beschulung, Alter des Menschen und Persönlichkeitstyp kann diese Phase von einigen Monaten über mehrere Jahre andauern.

Das Deschooling ist abgeschlossen, wenn der Mensch aus sich selbst heraus gelernt hat, sich eine eigene Struktur zu geben (die nicht mit den Ansichten anderer übereinstimmen müssen, was eine gute Struktur ist!), das schulische Denken verlernt hat und in der Lage ist, sich selbstbestimmt zu bilden.

Deschooling in der gesamten Familie

Deschooling betrifft allerdings nicht nur den (meist jungen) Menschen, der aus dem beschulten Leben ausbricht, sondern sein gesamtes Umfeld, insbesondere die engsten Bezugspersonen wie die eigene Familie.

Durchlaufen die Eltern nur in der Theorie diese Phase, also kritisieren sie eventuell das Schulsystem, zeigen aber nicht in ihrem Alltag, dass sie Vertrauen in ihren neuen Weg und ihre Kinder haben, so werden sie selbst zum häufigsten Fallensteller für ihre eigenen Kinder.

Wenn sich Eltern dazu entscheiden, dass ihre Kinder niemals eine Schule aus Zwang besuchen sollen, dann mögen diese Kinder den Prozess des Deschooling nicht nötig haben.

Die Eltern, die selbst noch beschult wurden, durchlaufen das Deschooling aber trotzdem, da auch sie erstmal Vertrauen in sich und ihre Entscheidung gewinnen müssen. Die neuen Freiheiten weit weg vom durchschnittlichen Familienalltag beschulter Familien müssen erst in ihren Familienalltag integriert werden, um ihren Kindern (und sich selbst!) das Umfeld zu erschaffen, das diese benötigen, um sich optimal zu entwickeln.

Eltern, die sich selbst noch im mentalen Prozess des Deschooling befinden, neigen dazu:

  • die Leistungen ihrer Kinder mit denen beschulter Kinder zu vergleichen (insbesondere in den ersten Jahren, wenn den Eltern oft Lesen, Schreiben, Rechnen von vorrangiger Wichtigkeit ist),
  • zu versuchen, dem Kind einen Weg vorzugeben, indem sie z. B. meinen zu wissen, was wichtig für das Kind zu wissen ist, wann es mal „mehr tun“ sollte,
  • mehr zu erklären, als vom Kind gefragt wird, was dazu führt, dass das Kind belehrt wird und in der Folge weniger fragt, weil es zu viele für es selbst irrelevante Informationen „um die Ohren gehauen“ bekommt,
  • sich selbst nicht für „gut genug“ zu halten und zweifeln deshalb, ob sie ihre Kinder optimal begleiten können.

Insbesondere der letzte Punkt erinnert mich an folgendes Zitat:

Deschooling
„Don’t question your ability to teach your child. Question putting your child into the same system that left you feeling incapable of teaching your child.“ – Unbekannt

„Stelle nicht deine Fähigkeit in Frage, dein Kind zu begleiten. Stelle in Frage dein Kind in das selbe System zu stecken, das dich fühlen/glauben lässt, dass du unfähig bist dein Kind zu begleiten.“

Ich mag an dieser Stelle teaching mit begleiten und nicht mit unterrichten übersetzen, da wir als Freilerner eben nicht unterrichten. Dem Kern der Aussage tut dies aber keinen Abbruch.

>>> Auch interessant: Selbstzweifel & mangelndes Selbstwertgefühl überwinden: Warum du nie gut genug bist, was die Schule dafür kann & eine Step-by-Step Anleitung für dein Wunschleben <<<

Stellst du einen dieser Punkte bei dir fest (das tun wir wohl alle dann und wann mal), dann lass dich nicht davon entmutigen, sondern arbeite verstärkt an deinen Zielen und übe zu vertrauen. Vertrau dir selbst und vertrau deinen Kindern. Nichts einfacher (oder schwieriger) als das.

John Holt, Autor von „How Children Learn“*:

„Alles was ich in diesem Buch sage, kann in zwei Worten zusammengefasst werden:

Vertraut Kindern.

Nichts könnte einfacher oder schwieriger sein. Schwierig, weil wir, um unseren Kindern zu vertrauen, erst lernen müssen uns selbst zu vertrauen, obwohl die meisten von uns als Kinder lernten, dass man uns nicht trauen könne.“

Deschooling
„All I am saying in this book can be summed up into two words: Trust children. Nothing could be more simple, or more difficult. Difficult because to trust children we must first learn to trust ourselves, and most of us were taught as children that we could not be trusted.“ – John Holt aus „How Children Learn“*

>>> Auch interessant: Raus aus der Schulpflicht – jetzt reisen und auswandern ohne Schule <<<

Fazit zum Deschooling einer Mutter

Als selbst beschulter Mensch habe ich anfangs all die Dinge getan und gedacht, von denen du grad gelesen hast. Das fängt schon vor der Schulzeit an, wenn wir unsere Kinder insgeheim vergleichen, z. B. wenn es darum geht, wann ein Kind zu laufen beginnt oder sprechen lernt.

Was mir massiv geholfen hat, in diesen Prozess voranzukommen, war die Gründung meines eigenen Online Business. Ob jetzt online oder nicht, die Gründung eines Unternehmens ist immer Persönlichkeitsentwicklung und du kommst nur so weit, wie du bereit bist dich zu entwickeln.

Hier war ich plötzlich auf mich selbst gestellt. Niemand mehr, der mir sagte, was ich wann zu tun habe, was der richtige Weg ist und woher ich mein Wissen beziehen soll.

Indem ich diesen Schritt gegangen bin, lernte ich mich selbst wirklich zu strukturieren, selbstbestimmt zu lernen, was ich brauchte und verantwortungsvoll und überlegt meine Entscheidungen zu treffen.

Bist du daran interessiert, einen Weg zu finden, wie du das Leben als Freilernerfamilie finanzieren kannst, so dass du selbstständig und unabhängig von einem Ort Geld verdienen kannst?

Dann vertreib dir die Zeit mit der Vagabundenpost, in der du regelmäßig Wissenswertes & Neuigkeiten auch zum ortsunabhängigen Arbeiten erhältst und immer wieder kleine Guides, Checklisten oder Anleitungen.
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Camping und Urlaub in Rumänien – Wilder Osten erstaunlich anders

Camping und Urlaub in Rumänien – Wilder Osten erstaunlich anders

Rumänien und Camping. Es gab kaum ein Land, das bei uns weniger Assoziationen auslöste als Rumänien. Viel mehr als Dracula und Peter Maffay hat da bei uns als erst in den 1980ern geborene Menschen nicht geklingelt. Dafür gab’s für uns dadurch um so mehr Überraschungen und tolle Erfahrungen, weil wir einfach keine Vorurteile hatten. Ist das bei dir ähnlich? Dann mach dich gefasst auf dieses wahnsinnig vielseitige und wunderschöne Land. Nutz genau diese Unwissenheit für deine Offenheit dich in Rumäniens Bann ziehen zu lassen!

Damit du aber nicht gänzlich unvorbereitet bist und dein Campingurlaub oder Roadtrip durch Rumänien keine bösen Überraschungen für dich bereit hält, hab ich dir hier wissenswerte Informationen zusammengestellt.

Anreise nach Rumänien

Aus Norden kommend

Als Sommerurlauber kommst du meist aus dem Norden und durchquerst auf schnellster Route Österreich und Ungarn. Hab hierbei die Maut bzw. Vignette deiner jeweiligen Transitländer im Kopf. Ab und an wird auch die Route durch Serbien empfohlen. Hast du nicht viel Gepäck dabei und eine genaue Kontrolle an einer EU-Außengrenze stört dich nicht, ist auch Serbien mit Sicherheit eine Fahrt wert. Bedenke, dass eventuell mitfahrende Haustiere hierbei häufig besondereren Einreisebedingungen unterliegen als innerhalb der EU.

Aus Süden kommend

Die Türkei und Griechenland Überwinterer kommen natürlich aus dem Süden und durchqueren Bulgarien. Hierbei beachte ganz besonders die neue Maut in Bulgarien für Fahrzeuge über 3,5t. Am Schwarzen Meer entlang erreichst du nach der Grenze als erstes Vama Veche, nur die erste von vielen Möglichkeiten deinen Camper am Schwarzen Meer zu parken.

Wasserversorgung/Entsorgung

Die Wasserversorgung in Rumänien funktioniert gänzlich anders als in Westeuropa. Wer Urlaub oder generell Camping eher auf aus Nord- oder Westeuropa kennt, muss sich nun daran gewöhnen, dass es keine offiziellen Wohnmobilstellplätze gibt und damit auch nicht die meist vorhandenen Ver- und Entsorgungsstationen. Sorry…!

Das ist jedoch absolut kein Kontrapunkt, denn sobald du dich in Transilvanien oder in näherer Umgebung der Karpaten befindest, gibt es massenhaft Bergquellen, die dich mit reinstem Trinkwasser versorgen. Wasserquellen siehst du am Straßenrand, findest du über Apps oder in Kontakt mit Einheimischen, die wir als sehr hilfsbereit kennengelernt haben.

Camping in Rumänien. Wasser tanken.

Allerdings gab es auch eine Durststrecke und das war für uns zwischen dem Schwarzen Meer und Bukarest. Hier findest du hauptsächliches flaches Agrarland, viel Armut und leider auch dreckiges Wasser, wenn du überhaupt die Erlaubnis bekommst – aus Ermangelung einer öffentlichen Quelle – an einer Tankstelle Wasser zu tanken. Die meisten werden hier wohl durchfahren, aber diejenigen, die sich entlang der Donau umsehen mögen, raten wir, sich vorher gut für ein paar Tage mit ausreichend sauberem Wasser zu versorgen. Im Zweifelsfall kannst du aber natürlich in jedem Supermarkt Trinkwasser kaufen.

Da nun für das Trinkwasser gesorgt ist, geht’s an das, was hinten wieder raus muss. Ich sag es wie es ist: In den meisten Fällen wirst du keine offizielle Möglichkeit finden, dein Grauwasser abzulassen. Camping nach westeuropäischer Art läuft halt mit mehr Luxus ab. (Nicht nur) Aus diesem Grund haben wir uns bereits vor Abfahrt einen 4,5kg Topf Natron* besorgt, um unser Brauchwasser und unsere Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Natron ist ein Alleskönner. Wir waschen damit ab, duschen uns und waschen teilweise auch unsere Haare und auch für so ziemlich alles andere, kann es benutzt werden. Wir verzichten schon länger und wo es nur geht auf Spüli, Shampoo und Co. und dieses Vorgehen empfinden wir als essentiell, wenn man vorhat das Abwasser in die Natur zu leiten.

Auch wenn nicht alle Einheimischen so großen Wert darauf legen mögen, was nun in deinem Grauwasser drin ist, das du hier einfach in den Sand oder die Wiese sickern lässt, hast du als Vanlifer sicherlich nicht vor, für weitere Verschmutzung deines Gastlandes verantwortlich zu sein.

Toilettenentleerung

Camping ohne Klo ist scheiße. Für diejenigen unter euch mit einem Trockentrennklo ändert sich nicht viel. Müllcontainer finden sich vielerorts, manchmal muss man etwas suchen, ansonsten hilft dir der Spaten. Camper mit Chemieklo verzichten selbstverständlich auf die zusätzliche Chemie und müssen häufiger zum Spaten greifen. Bitte denk daran, deine Hinterlassenschaften nicht dort zu verbuddeln, wo sich auch andere aufhalten und so tief zu graben, dass nicht der nächste Streuner darüber herfallen möchte.

Müllentsorgung

Die Müllentsorgung ist komplett durchwachsen in Rumänien. In manchen Gegenden suchst du vergebens, in anderen Orten wird sogar getrennt (und wenn die Müllabfuhr kommt, wird alles zusammen in einen Container gekippt 😀 ). Da es noch wildlebende Bären gibt, wirst du Ortschaften finden mit Käfigen um die Mülltonnen oder nicht eine einzige Mülltonne auf der Straße, um keine Bären in die Dörfer zu locken. Geduld. Die nächste Mülltonne kommt bestimmt.

Insbesondere, wenn du im Frühjahr Rumänien zum Camping bereist, wirst du vermehrt Müll finden, der erst kurz vor der Touristensaison entfernt wird und sich dann bis zum nächsten Frühjahr wieder neu anhäuft. Aber auch hier gibt es sehr saubere Gegenden und sehr vermüllte Gebiete.

Besorg dir ein paar Mülltüten mehr (am besten wiederverwendbare wie z.B. zwei, drei Jutesäcke), und verlass deine Stellplätze sauberer als du sie vorgefunden hast. Dazu brauchst du nicht extra auf ein Ocean Cleanup am Strand fahren und dich bei deiner guten Tat filmen lassen ;). Not my trash, but my planet.

Gas

Zum Camping gehört oft noch Gas. Gasflaschen kannst du an fast jeder Tanke füllen oder tauschen lassen. Ansonsten gibt’s auch extra Gashändler, die du anfahren kannst und die euch eventuell sogar die deutsche Flasche füllen.

Aufgrund eines explosiven Vorfalls vor einiger Zeit, kann es allerdings sein, dass dir kaum wer deine deutsche Gasflasche füllen will. Hier lohnt es sich, wie auch in anderen Ländern auf rumänische Gasflaschen umzustellen.

Fahrzeuge mit festverbauten Gastanks wie das unsere tanken Autogas/LPG/GPL über den DISH Adapter problemlos an den wirklich vielen Tankstellen.

Internet

Für 12 Euro bekommt ihr 100 GB Datenvolumen bei Vodafone. Für 8 Euro Unlimited Daten & Telefonie. Günstiger geht es nicht.

Halte aber auch die Augen und Ohren offen für Specials auch anderer Anbieter. Ein Orange Prepaid SIM kaufst du für nur 6 Euro und bekommst oft direkt 60 GB geschenkt. Interessant ist hier auch, dass du keine Adresse brauchst oder gar einen Ausweis. Du kannst einfach in einen der vielen Telefonanbietershops gehen und bekommst die SIM direkt auf die Hand ohne weiteres.

Die Netzabdeckung soll die beste in Europa sein und so kommt es, dass wir nur sehr selten mal ein schlechtes Signal hatten, z.B. wenn wir grad eng zwischen zwei Bergwänden rasteten oder einfach im „falschen“ Netz unterwegs waren.

Tipp: Wer Roaming nutzt über einen deutschen Vertrag, kann den Netzanbieter an seinem Telefon von automatisch auf manuell umstellen und sich so einfach den besten Empfang auswählen. Wer nicht ausprobieren mag, fragt einfach Einheimische, welches Netz hier am besten Empfang hat oder schaut auf die Anbieter an den Sat-Schüsseln an den Häusern, die bei noch fehlender Glasfaserverbindung das Internet auch zuverlässig in die entlegensten Gebiete holt.

Wie wir das mit dem Internet unterwegs handhaben, liest du hier: Internet auf Weltreise

Straßenverhältnisse und Maut in Rumänien

Der Ruf rumänischer Straßenverhältnisse eilt ihnen oft weit voraus. Tatsächlich empfinden wir die Warnungen aber als veraltet, denn es wird sehr viel Straßenbau betrieben und wir hatten auch mit unserem Wohnmobil von 2,40m Breite keine in Erinnerung bleibenden Probleme. Schlaglöcher können tatsächlich mal unvermittelt auftauchen, aber eher in Gebieten, wo du sowieso nicht sehr zügig vorwärts kommst. 😀

Wir meiden Mautstraßen, wo es uns möglich ist. In Rumänien geht das nicht, denn hier muss jeder Maut zahlen durch eine Vignette. Diese wird aber nicht wie in Slowenien oder Österreich ans Fenster geklebt, sondern das Kennzeichen wird ins System aufgenommen und du hast eine Quittung an Bord, die du gut aufbewahren solltest. Recht günstig kommt uns diese „Rovinieta“ für 32 Euro für 30 Tage. Je mehr Tage, desto günstiger im Verhältnis. Diese Angabe bezieht sich zudem auf unser 7,5t Schiff. Leichtere PKWs zahlen weniger. Wir empfehlen auch die Rovinieta an Tankstellen (MOL, Petrom, Rompetrol etc.) zu kaufen und nicht online, da es für den durchschnittlichen Urlauber kaum eine Chance gibt, betrügerische Webseiten von echten zu unterscheiden.

Camping in Rumänien

Rumänisches Wetter

Wunderbar warme Sommer und schneereiche Winter (zumindest in den Bergen) mit viel Sonnenschein sind unser Eindruck und damit bestens zum Camping geeignet. Ab April verwandelt sich Transilvanien in ein saftig grünes Meer, alles wächst und gedeiht bis es im Hoch- und Spätsommer auch langsam durch hohe Temperaturen, gerne aus Griechenland und der Türkei kommend auch mal etwas durchröstet. Ein bunter Herbst in allen Farben bleibt auch hier nicht aus.

Diese Ecke Europas soll um die 300 Sonnentage im Jahr haben, was die Chance auf warmen Sommer und nicht zu triste Winter stark vergrößert.

Supermärkte/Lebensmittel

Wie fast überall in Europa ist auch Lidl in Rumänien vertreten. Kaufland, Auchan, Carrefour, Penny, PepCo, Mega Image (oft in Städten mit Bio-Trockenabteilung!) sind so die häufigsten Namen, aber auch dm ist wieder mal vertreten. In den Dörfern findest du hauptsächlich MiniMarkets wie La Doi Pași und viele andere Tante-Emma-Läden (Magazin Mixt, zu deutsch: Gemischtwarenladen).

Wenn du die Chance hast und eine Stadt in der Nähe ist, lohnt sich der Besuch des Wochenmarkts. Diese Märkte sind meist sehr groß und du findest sehr viel regionales Angebot der umliegenden Bauern. Auch an Landstraßen sitzen im Sommer und Herbst Einheimische und verkaufen den Überschuss, den ihr ertragreicher Garten ihnen beschert hat.

Veganer kommen auf ihre Kosten

Obwohl wir eigentlich eher selten zu Fertig- und Ersatzprodukten greifen, lieben wir es, die jeweilige vegane Auswahl an Produkten in den verschiendenen Ländern auszuprobieren. Lidl führt z.B. neben allem anderen erdenklichen eine veganen Ćevapčići- Variante, die sich „Mici Vegani“ nennt und die es in „clasic“ und „picanti“ gibt. Vegane Knoblauch-Mayo dazu von Kaufland und der Grillabend kann kommen. (Die Gourmets unter euch schlagen jetzt die Hände über den Köpfen zusammen.)

Wenn man dann schon mal im Kaufland ist, noch schnell die vegane Salami eingepackt. Fast schon tragisch, dass wir dieses Land wieder verlassen haben.

Camping in Rumänien

Wäsche waschen wie echte Vanlifer 😉

Größter Unterschied zu südwestlichen, europäischen Gefilden. Waschmaschinen am Supermarkt wirst du in Rumänien nicht finden. In den größeren Städten gibt es Waschsalons, manchmal versteckt, manchmal ohne Parkmöglichkeit für große Mobile. Wir haben teilweise mit Hand gewaschen an Flüssen oder sind für 1-2 Nächte auf einem der vielen Campingplätze abgestiegen, um zu waschen. Da die Plätze wesentlich günstiger sind als in Westeuropa, haut das dann auch kein großes Loch in die Reisekasse.

Sprache

… natürlich Rumänisch. Doch Überraschung: Wenn du bereits ein paar Fremdsprachenkenntnisse in romanischen Sprachen hast, dann wird dir vieles dort „Spanisch vorkommen“. Rumänisch ist nämlich (und das wussten wir nicht vorher) eine romanische Sprache und klingt gesungen auch gerne mal wie Italienisch. 😀

Viele Rumänen sprechen auch Italienisch, allerdings auch Englisch, ganz besonders sogar kleine Kinder, die das schon sehr früh in der Schule lernen. Aber auch mit Deutsch kommt man dann und wann weiter, allerdings probieren wir das immer als letztes aus bevor wir komplett auf Hand- und Fußsprache umswitchen. Die wichtigsten Floskeln hab ich hier für dich:

Guten Tag – Bună ziua (ungefähr „Buna siua“ gesprochen)

Guten Abend – Bună seara. (oder auch gerne im Dorf nur „Seara“ wie bei uns im Deutschen „N’abend“)

Hallo – Bună oder Ciao oder auch Salut (unter Männern)

Tschüs/Auf Wiedersehen – Pa/La revedere

Danke – Mulțumesc (Mulzumesk) aber auch Merci/Mersi

Sonderzeichen in der rumänischen Sprache sind schnell gelernt. So wird zum Beispiel das deutsche Wort „Schnitzel“ im Rumänischen genau so gesprochen, nur rumänisch geschrieben „Șnițel“. Etwas schwieriger sind da schon die verschiedenen A-Laute, deren Unterschiede du aber schnell raus haben wirst.

Freistehen in Rumänien

Soweit wir informiert wurden, gibt es kein Gesetz, das Camping auf öffentlichem Grund verbietet. Land, das der Kommune gehört, darf von allen genutzt werden. Oft zur Tierhaltung, aber auch an besonders schönen Flecken zur Freizeitgestaltung. Und so kommt es, dass viele Rumänen bei Sonnenschein in ihre Autos steigen und zum Fluss oder auf Wiesen und in Wälder fahren und es sich gut gehen lassen.

Wir hatten in den vielen Monaten, die wir in Rumänien bisher verbringen durften, niemals Ärger mit irgendwem. Wir konnten uns ausbreiten, wie wir wollten, Feuer machen etc. Es kommt aber vor, dass du von Einheimischen gewarnt wirst, wenn du dich in Bärengebiet aufhältst. Lass keinen Müll draußen (sowieso nicht!), geht nicht nach 22 Uhr aus dem Fahrzeug und am Morgen wartet am besten auch etwas ab.

Camping in Rumänien Freistehen

Campingplätze

Campingplätze findest du natürlich auch vor. Insbesondere in Transilvanien liegen diese Plätze in Hinterhöfen und Gärten. Die Ein- und Ausfahrten können daher auch mal abenteuerlich sein, aber tatsächlich machbar. Rumänen zeigen dir wie, wenn du dich nicht weiter traust :D. Je nach Saison zahlst du meist nicht mehr als 10 Euro die Nacht, nicht selten mit Pool. Nach oben aber natürlich auch offen.

Pakete empfangen

Geburtstagspost empfangen oder dringend benötigte Ersatzteile?
Nach Rumänien versenden ist super einfach. Entweder an Menschen, die du dort kennenlernst (was sehr einfach ist 😀 ), an Campingplätze oder auch direkt an Kurierunternehmen oder EasyBox (wenn du z.B. beim Amazon-Pendant emag.ro bestellt hast).

Pakete empfangen im Ausland

Bei uns dauerten die nicht wenigen Pakete im Schnitt fünf Tage von Deutschland bis zu uns. Die Sendungsverfolgung klappte reibungslos. Wichtig ist, dass eine Telefonnummer angegeben ist (am besten eine rumänische), die der Kurier anrufen kann, wenn die Anschrift nicht sehr genau ist. Karten und Briefe, die du von Rumänien aus absendest, kommen laut unserer Erfahrung nicht immer an, insbesondere Postkarten.

Tierschutz und Streuner in Rumänien

Wer es nicht gewohnt ist, dem wird schnell auffallen, dass es in Rumänien noch viel mehr freilaufende Hunde gibt, als anderswo. Viele von ihnen haben Besitzer, bewegen sich aber frei im Dorf, andere sind Streuner. Aber ich kann dich beruhigen: Der Mehrheit der Tiere geht es wunderbar, sie leben ein fast artgerechtes, freies Leben, sind gesund und gut genährt.

Dann gibts natürlich auch die andere Seite. Die kranken, alten oder zu jungen Hunde, die sich noch nichts selbst oder nicht mehr selbst versorgen können. Diese werden von den vielen Tierschutzorganisationen aufgenommen und vermittelt. Auch ist es üblich, dass die Streuner von den Einheimischen, aber auch von Touristen gefüttert werden oder mit notwendigen Medikamenten versorgt werden.

Echte Streuner erkennst du übrigens daran, dass sie meist scheu sind und sich leicht verscheuchen lassen. Aufdringliche, freilaufende Hunde, die sich kaum verscheuchen lassen, gehören meist zu einem Haus in der Umgebung. Wenn Schafe oder Ziegen in der Nähe sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um die Herdenschutzhunde und Hütehunde des Schäfers handelt. Geb dann besonders acht auf deine eigenen Hunde. Nicht selten tun diese Hunde einfach ihren Job zu deinem und vor allem dem Leidwesen deines Hundes.

Um dich zu schützen, hab in der Natur einen Stock dabei. Fühlst du dich unwohl, tauchen zu viele Hunde auf, soll es helfen sich zu bücken und einen Stein aufzuheben. Diese Geste kennen (leider) schon viele Hunde und nehmen Reißaus. Wir kamen bisher aber nicht in eine solche Situation.

Freizeitgeheimtipp

Neben Draculas Schloss, sämtlichen anderen wunderschönen Burgen, Salzbergwerken, Museen etc. haben es und die Schlammvulkane von Berca (Vulcanii noroioși) am meisten angetan. Sie liegen nicht in der typischen Touristengegend, sind aber auch nicht super weit entfernt. Schlammvulkane gibt es nur in wenigen Gegenden Europas wie z. B. Bulgarien, Italien und Ukraine und diese hier zählen in Europa zu den größten und bekanntesten.

Eintrittspreis für 4 Personen + 4 Postkarten insgesamt 3,60 Euro.

Camping in Rumänien - Schlammvulkane

Good to know…

  • Der Fahrstil der Rumänen wird dich vielleicht anfangs verwirren. Versuch dich einfach anzupassen. Schilder gelten nicht so viel wie in Deutschland und du findest dich wunderbar im dortigen Verkehr zurecht! Wie man bei viel Verkehr ohne Ampel links abbiegt, lernst du dort ganz schnell.
  • Rumänien gehört nicht zum Schengenraum (UPDATE: Rumänien und Bulgarien zählen seit 01.01.2024 zum Schengenraum!), daher sind Passkontrollen bei Ein- und Ausreise vollkommen normal. Es wird auch gerne ins Fahrzeug geschaut, um festzustellen, ob Menschen oder anderweitige Ware geschmuggelt wird. Hab hier bei der Ausreise deine Rovinieta-Quittung griffbereit, falls es Probleme mit dem System gab und du nachweisen sollst, dass du gezahlt hast. Tipp: Kinderpässe immer nach oben legen, so sieht der Beamte direkt, dass Kinder an Bord sind.
  • Ein abendlicher Spaziergang durchs Dorf kann schnell dafür sorgen, dass du dich plötzlich zur Weinprobe (oder Schnaps/Palinka) im Garten eines Anwohners wiederfindest. Hoffentlich hast du auch genug Hände zum Tragen der Trauben, Walnüsse, Pflaumen und Äpfel, die du oder deine Kids kiloweise geschenkt bekommen.

Was möchtest du noch wissen? Hast du eventuell selbst noch tolle Tipps, die du in den Kommentaren teilen magst?

Drum bun!

Elternzeit und Elterngeld auf Reisen

Elternzeit und Elterngeld auf Reisen

Viele Eltern aus Deutschland möchten die Zeit, die sie zur Verfügung gestellt bekommen, zum Reisen als Familie nutzen. Die Elternzeit eignet sich hierfür besonders gut und das Elterngeld auf Reisen kann es möglich machen. Bis zu drei Jahre ist es möglich, sich von der Arbeit ohne Lohnfortzahlung freistellen zu lassen. Einen Teil der Zeit kann Elterngeld bezogen werden und oftmals möchten die Eltern auch diese Zeit nutzen, in der sie finanziell abgesichert sind.

Solange die Familie in Deutschland gemeldet bleibt, kommt es auch zu keinen Schwierigkeiten beim Anspruch und Bezug des Elterngeldes. Doch sobald eine Abmeldung in Erwägung gezogen wird, stapeln sich die Fragen.

Warum sich abmelden in Elternzeit mit Elterngeld auf Reisen?

Eltern, die bereits schulpflichtige Kinder haben und keine Beurlaubung von der Schule erhalten haben, versuchen oftmals über eine Abmeldung nur des Elternteils (mitsamt schulpflichtigem Kind), das kein Elterngeld bezieht, aus der Schulpflicht zu entkommen und gleichzeitig weiterhin anspruchsberechtigt zu bleiben in Bezug auf Elterngeld (Oder auch Kindergeld. Mehr dazu, findet ihr im Artikel Kindergeld im Ausland und auf Reisen.).


Bei alleinbegleitenden Eltern gibt es diese Wahlmöglichkeit meist nicht. Auch aus diversen anderen Gründen kann eine Abmeldung notwendig werden. Sei es, weil die betreffende Familie aus der Wohnung auszieht und verpflichtet ist sich abzumelden, aber vorhat nach der Reise nach Deutschland zurückzukehren. Oder weil die Wohnung für den Zeitraum der Reise untervermietet wird.
(Achtung: Es kommt auf den individuellen Fall an, ob eine Abmeldung notwendig wird und kann hier nicht pauschal beantwortet werden. Weiteres zum Thema Abmeldung findet ihr im Artikel Abmelden aus Deutschland.)

Wer kann in Elternzeit gehen?

Alle ArbeitnehmerInnen (d.h. Menschen in Anstellung, nicht selbstständig), die mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und diese betreuen können Elternzeit beantragen. Ob auch ihr in diesen Personenkreis fallt, lest ihr am Besten direkt in § 15 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz nach.

Ein kurzer Ausschnitt aus dem BEEG:
„Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes. Ein Anteil von bis zu 24 Monaten kann zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden.“

Euer Anrecht auf Elternzeit wird laut dem obigen Paragraphen nicht durch eine Abmeldung beeinträchtigt.

Wer kann Elterngeld auf Reisen beziehen?

Das oben erwähnte Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) regelt weiter, wer allgemein berechtigt ist, Elterngeld zu erhalten.

§ 1 Abs. 1 BEEG

Anspruch auf Elterngeld hat, wer

  1. einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat,
  2. mit seinem Kind in einem Haushalt lebt,
  3. dieses Kind selbst betreut und erzieht und
  4. keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausübt.

Bei Mehrlingsgeburten besteht nur ein Anspruch auf Elterngeld.

Auf den ersten Blick wirkt dieser Paragraph in Bezug auf Abmeldung nicht sehr hilfreich.
Schauen wir uns aber mal die offiziellen Ausnahmen an, die im folgenden Paragraphen aufgelistet stehen:

§ 1 Abs. 2 BEEG

Anspruch auf Elterngeld hat auch, wer, ohne eine der Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 zu erfüllen,

  1. nach § 4 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch dem deutschen Sozialversicherungsrecht unterliegt oder im Rahmen seines in Deutschland bestehenden öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Amtsverhältnisses vorübergehend ins Ausland abgeordnet, versetzt oder kommandiert ist,
  2. Entwicklungshelfer oder Entwicklungshelferin im Sinne des § 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes ist oder als Missionar oder Missionarin der Missionswerke und -gesellschaften, die Mitglieder oder Vereinbarungspartner des Evangelischen Missionswerkes Hamburg, der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen e. V. oder der Arbeitsgemeinschaft pfingstlich-charismatischer Missionen sind, tätig ist oder
  3. die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und nur vorübergehend bei einer zwischen- oder überstaatlichen Einrichtung tätig ist, insbesondere nach den Entsenderichtlinien des Bundes beurlaubte Beamte und Beamtinnen, oder wer vorübergehend eine nach § 123a des Beamtenrechtsrahmengesetzes oder § 29 des Bundesbeamtengesetzes zugewiesene Tätigkeit im Ausland wahrnimmt.

Dies gilt auch für mit der nach Satz 1 berechtigten Person in einem Haushalt lebende Ehegatten oder Ehegattinnen.

Können auch noch andere ArbeitnehmerInnen Elterngeld auf Reisen beziehen – trotz Abmeldung -, obwohl sie in keine der Ausnahmen aus § 1 Abs. 2 BEEG fallen?

Eine pauschale Antwort gibt es auf diese Frage nicht. In den meisten Fällen wird die Antwort leider „Nein“ lauten. Nach meinem bisherigen Verständnis der Zusammenhänge auf diesem Rechtsgebiet, sehe ich durchaus eine Möglichkeit Elterngeld auf Reisen zu beziehen bei Abmeldung aus Deutschland. Trotzdem ist mir persönlich noch kein Fall bekannt, in dem es eine Familie mit der passenden Argumentation versucht und geschafft hätte.

Auch wenn mir da eine Argumentation so durch den Kopf schwirrt, die die Beibehaltung des gewöhnlichen Aufenthalts beinhaltet, so steht der Aufwand vermutlich in keinem Verhältnis zur Dauer des Elterngeldbezugs (von meist lediglich 12 Monaten) und dem Wunsch des stressfreien Reisens und Zusammenwachsens als Familie. Auch die Schulpflicht lässt sich mit dieser Argumentation nur in wenigen Bundesländern umgehen, was wiederum oftmals ja überhaupt erst der Grund zur Abmeldung ist.

Solltet ihr aber eine solche Familie sein oder jemanden kennen, so schreibt mich gerne an und berichtet von euren Erfahrungen! Gerne würde ich von euch und eurem Weg hier berichten.

Gute Reise!

Kinder abmelden aus Deutschland – einfach und schnell?

Kinder abmelden aus Deutschland – einfach und schnell?

Es gibt sicher viele Gründe, warum sich Eltern fragen, ob sie nur ihre Kinder abmelden können. Sei es eine Auswanderung, die deutsche Schulpflicht oder eine Langzeitreise. Fest steht, es ist nicht immer ganz einfach, die eigene Situation den Mitarbeitern einer Behörde zu schildern, so dass alle zufrieden aus der Sache herausgehen.

>>> Auch interessant: Der Gamechanger zum Verhalten im Umgang mit Behörden und Beamten & 4 wichtige Tipps, die bei der Abmeldung aus Deutschland hilfreich sind <<<

Kinder abmelden ohne Eltern? Geht das überhaupt?

Insbesondere in der aktuellen Situation (Herbst 2021 – Masken- und Testpflicht in deutschen Schulen) entscheiden viele Familien, dass es so nicht weitergehen kann und suchen Auswege.
Der wohl am häufigsten probierte Ausweg ist die Abmeldung nur des Kindes ohne Eltern aus Deutschland, meistens zusammen mit einer Auswanderung oder Langzeitreise.

Mittlerweile teilen viele Familien die oftmals selbe Erfahrung: Im örtlichen Meldeamt ist dieser Weg eine Sackgasse.
Aber woran liegt das? Ist das rechtlich einwandfrei und gibt es noch weitere Wege?

Dazu bringt uns ein Blick in BGB § 11 weiter, in dem es heißt:

„Ein minderjähriges Kind teilt den Wohnsitz der Eltern; es teilt nicht den Wohnsitz eines Elternteils, dem das Recht fehlt, für die Person des Kindes zu sorgen. Steht keinem Elternteil das Recht zu, für die Person des Kindes zu sorgen, so teilt das Kind den Wohnsitz desjenigen, dem dieses Recht zusteht. Das Kind behält den Wohnsitz, bis es ihn rechtsgültig aufhebt.“

Doch was steckt hinter diesem Paragraphen?

Zuerst einmal eine Vermutung, nämlich die, dass das Kind den Wohnsitz der Eltern teilt. Dies ist keine Feststellung oder ein Muss, sondern erstmal die Annahme, von der ausgegangen wird. Es folgen Ausnahmen davon und es endet mit der Aussage, dass es einen Wohnsitz behält, bis es ihn rechtsgültig aufhebt. Das ist natürlich die übliche schwammige Ausdrucksweise, die dazu führt, dass man sich streiten kann. Aber sie kann – je nach Familiensituation – auch neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Welche Probleme können bei der Abmeldung auf uns zu kommen?

Bleibt ihr als Eltern weiterhin an eurem festen Wohnsitz gemeldet, so wird dem Kind ebendiese Adresse als Wohnsitz unterstellt. Wenn für das Kind bei der Abmeldung keine neue Meldeadresse im Ausland angegeben wird, so fällt es den Sachbearbeitern schwer zu verstehen, wie es sein kann, dass die sorgeberechtigten Eltern in Deutschland sind, wohingegen das minderjährige Kind ins Ausland geht. Ohne Ziel. Aus ihrer Sicht.

Es gab schon Sachbearbeiter, die deshalb das Jugendamt eingeschaltet haben. Ob das so rechtens ist, steht auf einem anderen Blatt. Damit dieser Film in eurem Amt gar nicht erst zu laufen beginnt, muss für die Person, die euren Fall bearbeitet, deutlich sein, mit und bei wem das Kind ist, damit sie guten Gewissens ihrer Arbeit nachgehen kann.

Welche Wege gibt es, Kinder abzumelden?

Der einfachste Weg die Kinder abzumelden, ist die Abmeldung gemeinsam mit mindestens einer sorgeberechtigten Person. Hier ist auch aus Sicht der Behördenmitarbeiter für das Wohl des Kindes gesorgt und Kinder können normalerweise auch ohne Wohnwitz problemlos ins Ausland abgemeldet werden.

Seit neuestem gibt es Berichte von Eltern, die besagen, dass die Familienkasse Kindern ohne festen Wohnsitz im EU-Ausland kein Kindergeld mehr zahlen möchten. Dies ist jedoch ein anderes Thema, über das ihr in Kindergeld im Ausland mehr lesen könnt.

Gibt es nun aber noch Gründe, die gegen eine sofortige Abmeldung mindestens eines Elternteils stehen, so gibt es noch die Option, sie in den Haushalt naher Verwandte im Ausland abzumelden, also die Angabe eines Wohnsitzes des Kindes im Ausland.

Achtet bei dieser Variante natürlich darauf, dass in dem entsprechenden Land die Gesetze so ausfallen, wie sie euch entgegenkommen. Ob eine Meldung im jeweiligen Land dann aber überhaupt von Nöten ist, sei dahingestellt und kommt auf die Meldegesetze des Ziellandes an, weshalb ich darüber an dieser Stelle keine Aussage treffen kann.

Prüft eure Gründe gegen eine Abmeldung aber gut, denn meistens zeigt sich, dass es auch da Lösungen gibt, die eine Abmeldung ermöglichen! Ihr braucht dabei Hilfe? Schaut mal in unser eBook „Zwischen Freiheit und Finanzamt“!

>>> Auch interessant: Reisen und Auswanderung finanzieren: Online Geld verdienen lernen & 5 Gründe, warum es nicht bei allen klappt. <<<

Und nun viel Erfolg!

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